CDU: eine Hopplahopp-Kandidatur mit Botschaft

  • Der Versuch von Sabine Buder, für den Parteivorsitz zu kandidieren, zeigt erneut: Der CDU fehlt es an Frauen in Spitzenpositionen.
  • Die Vorsitzkandidaten Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun können von Buder etwas lernen, kommentiert Daniela Vates.
  • Sie müssten verinnerlichen, dass eine Niederlage kein Grund zum Rückzug in den Schmollwinkel ist.
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Berlin. Eine Überraschung wäre es auf jeden Fall gewesen, und zwei Stimmen haben dafür gefehlt im CDU-Kreisverband Märkisch-Oderland. Dann wäre Sabine Buder Kandidatin für den CDU-Parteivorsitz gewesen. Eine Frau aus dem Osten neben den drei Männern aus dem Westen. Eine Politikneuling gegen drei Altgediente. Es hätte Schwung in den innerparteilichen Wahlkampf gebracht, in dem sich die CDU einmal mehr um sich selbst zu drehen scheint.

Ein wichtiges Signal

Gewonnen hätte Buder wohl kaum, dazu sind die CDU-Strukturen zu träge. Und ob Buder ihre Hopplahopp-Kandidatur noch mit einem etwas konkreter angelegten Konzept verbunden hätte als mit der Idee, sich mehr an den Sorgen der Menschen zu orientieren, ist unklar.

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Wichtig aber ist das Signal, das von ihrem Versuch ausgeht: Wenn die Lage unbefriedigend ist, kann man selbst versuchen, etwas zu ändern. Wenn ein Kandidatenfeld nicht überzeugt – und das ist ja durchaus keine wenig verbreitete Meinung in der CDU – hilft es, sich nach Alternativen umzuschauen. Natürlich kann sich dann auch selbst etwas zutrauen.

Und es hätte der CDU gut zu Gesicht gestanden, wenn sich auch eine Frau ins Rennen geworfen hätte. Bei der Art und Weise, wie die Partei in den vergangenen Jahren mit ihren Vorsitzenden umgegangen ist, ist es allerdings ja schon fast ein Wunder, dass überhaupt noch jemand den Chefposten haben möchte.

Ein weitere, vielleicht die allerwichtigste Botschaft ist mit dem Scheitern von Buders Anlauf verbunden: Eine Niederlage ist kein Grund zum Einigeln und Beleidigtsein. Das mag einer Kommunalpolitikerin nach einer spontanen Idee vielleicht leichter fallen als anderen, die seit Jahren bis Jahrzehnten an ihren politischen Karrieren feilen. Aber es hat sich ja vielfach gezeigt, wie zerstörerisch ein Rückzug in den Schmollwinkel wirken kann. Die drei Herren von der CDU können von Sabine Buder lernen.

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