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Caritas-Präsident verteidigt Scheitern des Tarifvertrags für die Altenpflege

  • Der erste bundesweite Tarifvertrag für die Altenpflege ist Ende Februar nach einem Ablehnen der Caritas gescheitert.
  • Caritas-Präsident Peter Neher reagiert nun auf die Kritik an der Wohlfahrtsorganisation.
  • Er will die Entscheidung jedoch nicht rückgängig machen.
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Berlin. Caritas-Präsident Peter Neher hat sich dagegen ausgesprochen, das Scheitern des ersten bundesweiten Tarifvertrags für die Altenpflege rückgängig zu machen. Das sagte er in einem Interview mit „Zeit Online“. Das Tarifgremium der katholischen Wohlfahrtsorganisation Caritas hatte Ende Februar abgelehnt, einen entsprechenden Antrag der Gewerkschaft Verdi und des Pflege-Arbeitgeberverbandes BVAP an Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zu unterstützen.

Neher reagiert auf Kritik

„Die Entscheidung wurde ordnungsgemäß getroffen“, sagte Neher. „Wir können das nicht einfach rückgängig machen oder wiederholen.“ Neher reagierte damit auf Kritik. Seit Montag demonstriert Verdi vor Einrichtungen der Wohlfahrtsorganisation. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte mit Enttäuschung auf die Entscheidung der Caritas reagiert.

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Außerdem forderten 17 katholische Sozialethiker, den Beschluss rückgängig zu machen. „Das ärgert mich, weil dadurch der Eindruck entsteht, dass wir allein den allgemeingültigen Tarifvertrag verhindert hätten“, sagte Neher in dem Interview. Das sei verkürzt, da auch der kirchliche Wohlfahrtsverband Diakonie dem noch hätte zustimmen müssen. Außerdem hätten private Arbeitgeber bereits Klagen angekündigt. Trotzdem bedauere Neher die Entscheidung.

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Die rund 1,2 Millionen Beschäftigten in der Altenpflege sollten von dem ersten bundesweite Tarifvertrag profitieren. Geplant war, den zwischen Verdi und der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) geschlossenen Tarifvertrag auszuweiten. Mit ihren etwa 300.000 Beschäftigten sind die kirchlichen Wohlfahrtsverbände die größten Arbeitgeber in der Branche.

RND/af

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