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„Ich kann das Revolutionäre darin gar nicht erkennen“

Sorgerecht: Justizminister Buschmann will rechtliche Gleichstellung lesbischer Mütter

Marco Buschmann, Bundesminister der Justiz (Archivbild)

Berlin. Bundesjustizminister Marco Buschmann will es vielen lesbischen Paaren ermöglichen, dass beide Frauen ab der Geburt eines Kindes rechtlich als Mütter anerkannt werden. „Wir wollen Regeln schaffen, damit Kinder von Geburt an eine rechtssichere Beziehung zu beiden Elternteilen haben - und niemand sich als Elternteil zweiter Klasse fühlen muss“, sagte der FDP-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Er sei „zuversichtlich“, dass es noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf geben werde.

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Buschmann: „Nicht alle Fälle lassen sich über einen Kamm scheren“

Zunächst solle „für die unkompliziert gelagerten Fälle“ ein zeitgemäßer Rechtsrahmen geschaffen werden. Dies gelte zum Beispiel für Geburten nach einer registrierten Samenspende. „In diesem Fall ist völlig klar: Der Samenspender möchte nicht an der Erziehung teilhaben“, sagte Buschmann. Dann sei eine Gleichstellung von biologischer Mutter und der Partnerin naheliegend. „Da ist es eine gute Sache, wenn beide Elternteile durch das Recht anerkannt werden. Ich kann das Revolutionäre darin gar nicht erkennen“, sagt er der Funke-Mediengruppe weiter.

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Für andere Situationen, in denen lesbische Paare Kinder bekommen, gebe es allerdings noch Diskussionsbedarf in der Bundesregierung, räumte Buschmann ein. „Nicht alle Fälle lassen sich über einen Kamm scheren.“

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Lockdowns, Schulschließungen und Ausgangssperren solle es jedoch nicht mehr geben.

Grüne begrüßen Ankündigung: Alle Kinder müssen gleichgestellt werden

Die Grünen begrüßten die Ankündigung von Buschmann, mahnten aber, es dürften „keine neuen Grenzen“ eingezogen werden. Mit Blick auf die Kinder sagte der Grünen-Rechtsexperte Helge Limburg am Samstag, alle Kinder müssten unabhängig von der Zeugung rechtlich gleichgestellt werden.

Bei einem lesbischen Elternpaar kann die Partnerin, die das Kind nicht selbst zur Welt gebracht hat, bislang über ein Adoptionsverfahren erziehungsberechtigt werden.

Änderungen im Koalitionsvertrag vereinbart

Im Koalitionsvertrag haben SPD, Grüne und FDP Reformen im Familienrecht vereinbart. So sollen Vereinbarungen zu rechtlicher Elternschaft, elterlicher Sorge, Umgangsrecht und Unterhalt schon vor der Empfängnis ermöglicht werden. „Wenn ein Kind in die Ehe zweier Frauen geboren wird, sind automatisch beide rechtliche Mütter des Kindes, sofern nichts anderes vereinbart ist.“

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Das Selbstbestimmungsgesetz ist richtig – hat aber Nebenwirkungen

Bisher mussten Transsexuelle erniedrigende Prüfungen über sich ergehen lassen, um ihre geschlechtliche Identität vom Staat anerkennen zu lassen. Das soll nun mit Recht anders werden. Allerdings sollte man auch über mögliche Weiterungen reden, kommentiert Markus Decker.

Die Ehe solle zudem nicht ausschlaggebendes Kriterium bei der Adoption minderjähriger Kinder sein. Auch außerhalb der Ehe soll eine Elternschaftsanerkennung unabhängig vom Geschlecht der anerkennenden Person oder von einem Scheidungsverfahren möglich sein.

RND/dpa

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