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Burkina Faso: Extremisten töten mindestens 100 Menschen

  • In einem Dorf im Norden Burkina Fasos haben Bewaffnete mindestens 100 Menschen getötet.
  • Die Regierung hat Dschihadisten für den Angriff verantwortlich gemacht.
  • Präsident Roch Marc Christian Kaboré bezeichnete die Bluttat als „barbarisch“.
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Niamey. Bewaffnete haben in einem Dorf im Norden Burkina Fasos nach Regierungsangaben mindestens 100 Menschen getötet. In der Gegend nahe der Grenze zum Niger seien zudem der lokale Markt und mehrere Häuser niedergebrannt worden, teilte Regierungssprecher Ousseni Tamboura am Samstag mit.

Für den Angriff vom Freitagabend auf das Dorf Solhan in der Provinz Yagha im Sahel machte er Dschihadisten verantwortlich. Präsident Roch Marc Christian Kaboré bezeichnete die Bluttat als „barbarisch“. Seine Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Die Europäische Union verurteilte die „barbarischen und feigen Angriffe“ und bezeichnete sie als Terroranschläge. Es ist der Angriff mit den meisten Todesopfern in Burkina Faso seit Jahren.

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Nachrichtenagentur: Menschen wurden „exekutiert“

Der staatlichen Nachrichtenagentur AIB zufolge wurden die Menschen regelrecht „exekutiert“. Demnach sollen die Angreifer auch Gebäude und den Markt in Brand gesetzt haben. Auch könne die Zahl der Opfer weiter steigen, meldete AIB.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell teilte mit, es müsse alles getan werden, um sicherzustellen, dass die Täter für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen würden. Er bekräftigte die Verpflichtung der Union, gegen die Unsicherheit zu kämpfen und die Präsenz des Staates in den am stärksten betroffenen Regionen zu verstärken.

Er teilte mit, darüber hinaus seien zur gleichen Zeit in der Provinz Oudalan mindestens 14 weitere Menschen von bewaffneten Terroristen getötet worden.

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„Die Menschen waren sehr verängstigt und beunruhigt“

Ein Anwohner in Solhan sagte der Nachrichtenagentur AP telefonisch, dass er Verwandte in einer Klinik im Ort Sebba besucht habe, der etwa zwölf Kilometer vom Schauplatz des Angriffs auf Solhan entfernt ist. Er habe viele verwundete Menschen gesehen, die die Klinik betreten hätten.

„Ich sah zwölf Leute in einem Zimmer und etwa zehn in einem anderen. Da waren viele Angehörige, die sich um die Verletzten kümmerten. Da waren auch viele Leute, die aus Solhan weggerannt sind, um nach Sebba zu gelangen. Die Menschen waren sehr verängstigt und beunruhigt“, sagte die Person, die aus Furcht um ihre Sicherheit nicht ihren Namen nennen wollte.

Héni Nsaibia von der Denkfabrik Armed Conflict Location & Event Data Project sprach von der tödlichsten Attacke in Burkina Faso, seit das westafrikanische Land vor etwa fünf Jahren von Dschihadisten mit Verbindungen zur Al-Kaida und dem IS überrannt worden sei.

Expertin: Militante Gruppen würden „einen Gang hochschalten“

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Es sei offensichtlich, dass militante Gruppen „einen Gang hochschalten“, um die Lage in Burkina Faso zu verschlimmern, sagte Nsaibia. Sie verlagerten ihre Aktivitäten in Gebiete außerhalb der unmittelbaren Reichweite der von Frankreich geführten Anti-Terror-Koalition, die die militanten Gruppen in der Dreistaaten-Grenzregion bekämpfe.

Tatsächlich nimmt die dschihadistische Gewalt in der Sahelzone trotz der Präsenz von mehr als 5000 französischen Soldaten zu. Im April etwa wurden mehr als 50 Menschen in Burkina Faso bei einer Attacke getötet, darunter zwei spanische Journalisten und ein irischer Naturschützer. Mehr als eine Million Menschen sind vertrieben worden.

RND/AP/dpa

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