Bündnis macht Kindersoldaten-Vorwurf an Bundeswehr

  • Die Bundeswehr rekrutiert auch Minderjährige.
  • Ein Bündnis auch Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen wirft ihr deshalb vor, Kindersoldaten zu beschäftigen.
  • Deutschland sei eins von drei Industrieländern, das den internationalen Standard, erst ab 18 zu rekrutieren, schwäche.
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Berlin. Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten kritisiert die Rekrutierung Minderjähriger durch die Bundeswehr. Deutschland gehöre neben den USA und Großbritannien zu den drei Industrieländern, die in großer Zahl unter 18-Jährige als Soldatinnen oder Soldaten rekrutieren, sagte der Kinderrechtsexperte von terres des hommes, Ralf Willinger, jetzt. So seien im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik 1.679 Minderjährige rekrutiert worden. Bisheriger Höchststand war demnach 2017 mit 2.128 minderjährigen Rekruten.

Willinger sprach von einer schlechten Vorbildwirkung der drei Industrieländer, die damit den internationalen Straight 18-Standard, die Anhebung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre, schwächen würden. Bewaffnete Gruppen und Armeen in Konfliktländern wie Myanmar, Somalia oder Syrien rechtfertigten die Rekrutierung von Minderjährigen mit Verweis auf minderjährige Soldaten in diesen drei Ländern.

Schattenbericht von Menschenrechtsorganisationen

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Nach seinen Angaben waren schätzungsweise zehn Prozent der neueingestellten Rekruten in der Bundeswehr 2018 minderjährig. Seit Ende der Wehrpflicht 2011 seien die Zahlen angestiegen.

Anlass der Kritik war die Vorstellung des "Schattenberichts Kindersoldaten 2019", der von dem Bündnis aus 19 Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen erstellt wird. Weltweit werden demnach rund 250.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten eingesetzt. Seit 2002 gibt es ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. In über 150 Ländern wird es bislang umgesetzt.

RND/epd