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Bundeszentrale für politische Bildung will Verschwörungstheorien Einhalt gebieten

  • Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, hat vor der Verbreitung von Verschwörungstheorien im Zuge der Corona-Krise gewarnt.
  • Dagegen werde sich die politische Bildung zur Wehr setzen.
  • Die Bundeszentrale ist bereits mit einem entsprechenden Angebot präsent.
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Berlin. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, will die Verbreitung von Verschwörungstheorien im Zuge der Corona-Krise abwehren. „In den sozialen Medien nehmen in Zeiten von Corona Verschwörungstheorien rasant an Fahrt auf“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Gerade jetzt bedarf es einer politischen Bildung, die sich zur Wehr setzt: Sie muss klar machen, dass den Hetzern in den Telegram-Gruppen und den Youtubevideos mit ihren einfachen Erklärungen und den scheinbar klar definierten Schuldigen dieser Krise kein Glauben geschenkt werden darf.“ Dieser Verantwortung stelle sich die Bundeszentrale, indem sie Wissen liefere und keine Feindbilder.

Deren Präsident sagte weiter: „So verschieden die Verschwörungstheorien auch sein mögen: Sie alle eint, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu liefern. Insbesondere in der momentanen Situation führen diese unverantwortlichen Mythen mit ihrem Gut-Böse-Schema dazu, dass sich Anhängerinnen und Anhänger radikalisieren.“

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Protest gegen Anti-Corona-Strategie
1:23 min
Tausende Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Stuttgarter Wasen gegen die Pandemiebekämpfung der Regierung.  © Markus Decker/Reuters
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Kein einheitliches Bild

Allerdings sei das Bild, das die Demonstranten böten, „kein einheitliches Bild“, das „als gänzlich rechtsextrem“ zu bewerten sei, betonte Krüger. Die Interessenlagen seien unterschiedlich. Zum einen handele es sich sicherlich um „schlichtweg finanziell Besorgte oder von der Situation Gebeutelte“. Darüber hinaus seien „aber auch versprengte Linke, Impfgegner, Esoteriker und nicht zuletzt militante Neonazis“ dabei. Dabei bestehe „die Gefahr, dass die radikalen verschwörungstheoretischen und auch rechtsextremen Akteure ihre Dominanz weiter ausbauen und auch andere Beteiligte radikalisieren“.

Der Chef der Bundeszentrale verwies auf die Angebote der Einrichtung, so unter anderem auf die neuesten Podcasts zum Thema „Die ‚Wahrheit‘ in Zeiten von Corona“. Sie befassten sich mit der Vorbeugung von Verschwörungstheorien und dem „Widerstand“ gegen die Corona-Maßnahmen.

Zuletzt hatten Demonstranten bundesweit gegen die Corona-Beschränkungen von Bund und Ländern mobil gemacht – so unter anderem in Berlin, Stuttgart und im thüringischen Gera, wo der thüringische FDP-Landesvorsitzende Thomas L. Kemmerich mitmarschierte, was wiederum Kritik auslöste.

Ähnliches Szenario wie 2015

In dem Zusammenhang warnte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier (SPD), ebenfalls erneut. „Bei einzelnen Versammlungen gibt es Versuche, das zu instrumentalisieren. Das ist eine gängige Strategie von Rechtsextremisten. Sie versuchen, sich unter die Bürger zu mischen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, äußerte sich am Montag in Berlin ähnlich.

Damit wiederholt sich ein Szenario, das sich auch im Gefolge der Flüchtlingskrise 2015 beobachten ließ und zu einem Erstarken der AfD führte.



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