Soldaten gegen das Virus: Wie läuft der Anti-Corona-Einsatz der Bundeswehr?

  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie können Städte und Gemeinden auf eine Einsatzreserve der Bundeswehr zurückgreifen.
  • Doch wie funktioniert das konkret? Und was kann die Truppe leisten?
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
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Berlin. Bundeswehrsoldaten, die in den Kampf gegen die Corona-Pandemie ziehen – diese Idee erhitzt manche Gemüter. Während einige es geradezu logisch finden, dass die Bundeswehr ihr Personal und ihre Fähigkeiten zur Eindämmung des Virus zur Verfügung stellt, lehnen andere den Einsatz der Truppe im Inland strikt an. Sie sehen eine Grenze überschritten und warnen vor einer Militarisierung des Alltags.

Vor allem Vertreter der Linkspartei sehen das so. Auch der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte sich aus politischen Gründen geweigert, Bundeswehrangehörige bei der Nachverfolgung der Corona-Infektionsketten einzusetzen. Andere Großstädte greifen angesichts der immer schneller steigenden Infektionszahlen gerne auf die Hilfe der Soldatinnen und Soldaten zurück – und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Städte ermuntert, das Angebot anzunehmen.

Doch wie funktioniert die Hilfe und genau? Und was kann die Bundeswehr überhaupt leisten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie viele Soldaten stehen bereit?

Gut 15.000 Soldatinnen und Soldaten hat die Bundeswehr für den Kampf gegen die Pandemie bereitgestellt – und das schon im Frühjahr, im sogenannten Einsatzkontingent Hilfeleistungen Corona. Abgerufen werden diese Kapazitäten nicht mal ansatzweise. Derzeit sind knapp 1400 Soldaten zur Unterstützung von Kommunen und Landkreisen im Einsatz. Kapazitäten hat die Truppe also noch jede Menge.

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Was kann die Bundeswehr leisten?

Hauptaufgabe der Bundeswehrangehörigen bei der Pandemiebekämpfung ist die Unterstützung der Gesundheitsbehörden. Mit steigenden Infektionszahlen reicht das Personal der Gesundheitsämter nicht mehr aus, um sämtliche Kontaktpersonen von positiv Getesteten angerufen und zu informieren. Soldaten können kurzfristig einspringen. Die Bundeswehr hat auch schon beim Aufbau von Testzentren und der Testung von Reiserückkehrern geholfen, Sanitätspersonal gestellt oder medizinische Ausrüstung geliefert. Außerdem verfügt die Truppe über Transport- und Lagerkapazitäten.

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Wer kann die Bundeswehr anfordern?

Prinzipiell darf die Bundeswehr in Friedenszeiten im Inland nur Amtshilfe leisten. Das setzt voraus, dass zivile Behörden die Hilfe der Streitkräfte aktiv anfordern. Für das Ersuchen um Amtshilfe reicht ein formloser Antrag, der bei jeder Dienststelle der Bundeswehr, also auch Kreis- und Bezirksverbindungskommandos, eingereicht werden kann. Antragstellende Behörden müssen dabei deutlich machen, dass sie selbst nicht in der Lage sind, die angeforderte Amtshandlung zu übernehmen. Grundsätzlich unterstützt die Bundeswehr nur, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Wer koordiniert den Einsatz der Soldaten?

Geführt und koordiniert werden Bundeswehrangehörige im Kampf gegen die Pandemie vom Kommando Territoriale Aufgaben mit Sitz in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin. Die dortige Operationszentrale ist 24 Stunden, sieben Tage die Woche besetzt. Die rund 50 Soldaten haben nicht nur einen Überblick über alle laufenden Einsätze, sondern behalten auch die Corona-Lage im Land sowie die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den Hotspots im Blick.





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