Niedrige Impfquote bei der Bundeswehr: Jeder vierte Soldat noch ungeimpft

  • Trotz wiederholter Appelle der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer liegt die Impfquote der Bundeswehr nur knapp über dem Bundesdurchschnitt.
  • Aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos ist eine vollständige Immunisierung der Truppe angestrebt.
  • Eine Impfpflicht gibt es bislang de facto nur für Soldaten im Auslandseinsatz.
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Berlin. Unter den 180.000 Bundeswehrsoldaten sind bislang lediglich 275.000 Dosen verimpft worden. Damit haben nur rund 74 Prozent der Truppe den vollen Impfschutz, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Freitag. Für die Bundeswehr stehen jedoch ausreichende Mengen an Vakzinen von Biontech und Moderna zur Verfügung. Die geschäftsführende Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte mehrmals an die Soldaten appelliert, sich impfen zu lassen. Eine allgemeine Impfpflicht schloss sie bislang allerdings aus.

Durch die gemeinschaftliche Unterbringung in den Kasernen sowie während militärischer Übungen gilt das Ansteckungsrisiko für Soldaten als besonders hoch. Daher hatten einige Bundeswehrärzte für eine Duldungspflicht der Corona-Schutzimpfung plädiert. Die wäre einer Impfpflicht nahegekommen und auch von Kramp-Karrenbauer mitgetragen worden. Letztendlich scheiterte der Vorstoß jedoch an den Personalräten der Bundeswehr.

100 Prozent Geimpfte im Auslandseinsatz

Lediglich im Auslandseinsatz gibt es eine De-Facto-Impfpflicht für die Soldaten. In der Vergangenheit hatte die Pandemie für Probleme gesorgt, da infizierte Soldaten nach einer Infektion nach Deutschland zurückgeflogen werden mussten.

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Aktuell sind laut einer internen Statistik rund 330 Bundeswehrangehörige am Coronavirus erkrankt. Seit dem Beginn der Pandemie steckten sich mehr als 8000 Soldaten an. Bislang starben zwei Bundeswehrangehörige an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

RND/dre

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