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  • Bundeswehr: Kritik an militärischer Zeremonie - gibt es auch einen kleinen Zapfenstreich?

Kritik an Zeremonie: Sind Fackelträger bei einem Großen Zapfenstreich normal?

  • In den sozialen Netzwerken wird das Für und Wider des Großen Zapfenstreichs als militärische Zeremonie diskutiert.
  • Bei den Bilder von Fackeln tragenden Bundeswehrsoldatinnen und Bundeswehrsoldaten vorm Reichstagsgebäude fühlen sich viele an NS-Aufmärsche erinnert.
  • Doch worum geht es eigentlich beim Großen Zapfenstreich der Bundeswehr?
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Berlin. Soldatinnen und Soldaten mit Fackeln vor dem Reichstagsgebäude – Bilder vom Großen Zapfenstreich zur Würdigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan haben im Netz teilweise Befremdung und Kritik ausgelöst.

Eine Reihe von Twitter-Nutzerinnen und -Nutzern fühlte sich durch die Szenen an dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnert. Andere widersprachen, mehrere Verteidigungspolitikerinnen und -politiker reagierten irritiert.

Doch worum geht es eigentlich beim Zapfenstreich? Hier ein paar wichtige Fragen – und Antworten:

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Steinmeier zieht durchwachsene Bilanz von Afghanistan-Einsatz
2:19 min
Mit mehreren Veranstaltungen würdigt die Bundesregierung die Leistungen und Opfer der am Afghanistan-Einsatz beteiligten Soldatinnen und Soldaten.  © AFP

Was war der Grund für den Großen Zapfenstreich in Berlin?

Bundestag und Bundesregierung hatten den etwa 90.000 in Afghanistan eingesetzten Männern und Frauen der Bundeswehr am Mittwoch für ihren schwierigen Einsatz gedankt. Auf einen Abschlussappell vor dem Verteidigungsministerium folgte vor dem Reichstagsgebäude ein Großer Zapfenstreich. Anwesend waren am Mittwoch Vertreter der fünf Verfassungsorgane, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Was ist der Große Zapfenstreich?

Der Große Zapfenstreich ist das protokollarisch höchste militärische Zeremoniell der deutschen Streitkräfte. Es wird am Abend abgehalten. Der Große Zapfenstreich ist die höchste Auszeichnung der Bundeswehr für Zivilpersonen.

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Hat jemand Anspruch auf diese militärische Zeremonie?

Ja. Auf jeden Fall werden Bundespräsident oder -präsidentin, Bundeskanzlerin oder -kanzler und Bundesverteidigungsministerin oder -minister mit Großem Zapfenstreich verabschiedet. Auch aus dem aktiven Dienst ausscheidende Generäle oder Admirale erhalten ihn.

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Wie entstand der Zapfenstreich?

Eigentlich aus der Sperrstunde für Soldaten im 16. Jahrhundert. Ein Offizier ging damals durch die Wirtshäuser und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses – der Zapfenstreich. Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. erweiterte die Zeremonie Anfang des 19. Jahrhunderts um das Präsentieren des Gewehrs, Gebete und dem Blasen von Militärliedern. Seit 1922 wird zum Abschluss die Nationalhymne gespielt.

Gibt es auch einen Kleinen Zapfenstreich?

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Jein. Offiziell nicht. Allerdings gibt es auch regional oder auf Landesebene Verabschiedungen, auf denen Militärorchester Musik spielen. Dies gilt dann als Kleiner Zapfenstreich.

Und wie läuft so ein Großer Zapfenstreich ab?

Ausgeführt wird er von einem Musikkorps der Bundeswehr mit angeschlossenem Spielmannszug, zwei Zügen Begleitkommando unter Gewehr und einer Begleitformation aus Fackelträgerinnen und Fackelträgern. Die treten auch als sogenannte Perlenkette auf, die quasi den Rahmen der Veranstaltung bilden.

Der Aufmarsch beginnt mit dem Spielen des „Yorkschen Marsches“, dann erfolgt eine Meldung an den Geehrten. Anschließend werden mit dem Kommando „Serenade“ bis zu vier Musikstücke gespielt, die die Geehrten zuvor ausgesucht haben. Im Anschluss werden verschiedene militärische Rituale wie Fanfarenrufe, Helm ab zum Gebet und dem Präsentieren des Gewehrs durchgeführt.

Welche Großen Zapfenstreiche waren die bedeutendsten?

Am 8. September 1994 zur Verabschiedung der Westalliierten vor dem Brandenburger Tor in Berlin sowie die Verabschiedung von Bundeskanzler Helmut Kohl 1998 in Speyer.

Welche Musik wünschten sich verabschiedete Politikerinnen und Politiker?

2017 wurde Bundespräsident Joachim Gauck mit den Wunschtiteln „Über sieben Brücken musst du geh’n“ der Rockband Karat, mit dem Volkslied „Freiheit, die ich meine“ sowie mit dem Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ aus dem Amt verabschiedet.

Gerhard Schröder (SPD). © Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Als Bundeskanzler wurde Gerhard Schröder 2005 in Hannover mit einem Großen Zapfenstreich, bei dem das Lied „My Way“ in der Version von Frank Sinatra gespielt wurde, verabschiedet.

2011 trat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zurück. Beim Großen Zapfenstreich ließ er „Smoke on the Water“ der britischen Band Deep Purple vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr spielen.

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