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Ende des Evakuierungs­einsatzes: verheerende Konsequenzen

  • Der Evakuierungs­einsatz der Bundeswehr in Afghanistan läuft aus.
  • Das Desaster könnte für zwei Minister noch Konsequenzen haben.
  • In jedem Fall wirkt es demoralisierend auf die Truppe, kommentiert Markus Decker.
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Berlin. Es ist bitter, unglaublich, inakzeptabel – und doch wahr: Der Evakuierungs­einsatz des Westens in Afghanistan endet. Es ist der Schlussakkord einer 20-jährigen Mission, der einer Kapitulations­erklärung gleichkommt. Die Konsequenzen werden noch lange spürbar sein.

In Berlin könnte das Desaster zwei Politkarrieren beenden. Außenminister Heiko Maas (SPD) dürfte, selbst wenn die Sozial­demokraten auch an der nächsten Regierung beteiligt sein sollten, dieser kaum noch angehören. Der fatale Umgang mit den Ortskräften geht nicht zuletzt auf sein Konto.

Verteidigungs­ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat sich selbst zunächst abstrakt zu ihrer Verantwortung bekannt und schließt nun auch einen sehr konkreten Rückzug nicht mehr aus. Kanzlerin Angela Merkels Regierungserklärung war ohnehin ein Offenbarungseid.

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Merkel: Entwicklung in Afghanistan „offensichtlich unterschätzt“
1:26 min
Merkel hat Fehl­einschätzungen der internationalen Gemeinschaft bei der Entwicklung in Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Streitkräfte eingeräumt.  © AFP

Gravierender sind die Folgen für die mentale Verfassung der Streitkräfte. Sicher, der Afghanistan-Einsatz stand und fiel mit der Entscheidung der USA. Deutschland zählt wie der Rest Europas zu den Verbündeten, aber militärisch eben auch zu den Abhängigen derer in Washington.

Viel ist falsch gelaufen

Trotzdem haben sich die politisch Verantwortlichen in Berlin schwere Fehler geleistet. Die letzten regulären Afghanistan-Soldaten Ende Juni nicht prominent zu empfangen war ein solcher.

Ein zweiter Fehler war der bürokratische und deshalb lebensgefährliche Umgang mit den Ortskräften, dessentwegen jetzt weitere deutsche Soldaten ihr Leben riskieren mussten. Viele Soldaten erkennen in den Ortskräften sich selbst. Sie sehen ihre Arbeit zunichtegemacht und finden, dass weder mit den Ortskräften noch mit ihnen verantwortungsvoll umgegangen werde. Dieser Eindruck ist leider richtig – und verheerend.

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