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Bundeswehr im Corona-Einsatz: Luftwaffe fliegt erste Patienten in andere Kliniken

  • Am Freitag wird auch die Lufwaffe der Bundeswehr bei der Verlegung von Patienten helfen.
  • Erste Intensivpatienten waren am Donnerstag von Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden.
  • Insgesamt bereiten sich die drei Länder für die Verlegung von insgesamt 54 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen vor.
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Berlin. Die Bundeswehr bereitet einen Start von Luftwaffenflügen zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie von Freitag an vor. Auf dem Tisch liegen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Planungen, die einen Lufttransport vom bayrischen Flughafen Memmingen nach Nordrhein-Westfalen vorsehen. Geplant ist eine Landung auf dem Flughafen Münster-Osnabrück.

Schnelle Transportkapazitäten mit Flugzeugen sollen eingesetzt werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. Über die Details des Einsatzes der Luftwaffe soll erst am Freitag endgültig entschieden werden.

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Luftwaffe mit zwei Flugzeugen im Einsatz

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, eine „fliegende Intensivstation“ mit sechs dieser Behandlungsplätze, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH („offener Himmel“). In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem ein A400M MedEvac stationiert.

Die ersten Intensivpatienten mit Covid-19 sind auf Grundlage des sogenannten Kleeblatt-Konzepts von Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden. Ein Rettungshubschrauber sei mit einem Patienten aus dem südthüringischen Suhl am frühen Donnerstagabend am Klinikum Siloah in Hannover gelandet, bestätigten Steffen Ellerhoff, Pressesprecher des Klinikums Region Hannover, und ein Sprecher des Zentralklinikums Suhl der Deutschen Presse-Agentur.

Ein zweiter Patient wurde nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort kurze Zeit später mit einem sogenannten Intensivtransportwagen zu dem Klinikum gefahren. Drei Rettungskräfte in Schutzanzügen brachten den Mann aus dem Wagen in die Notaufnahme. Nach Angaben des Zentralklinikums Suhl handelt es sich bei beiden Kranken um beatmete Covid-19-Patienten.

54 Covid-19-Patienten müssen verlegt werden

Nach Angaben des Thüringer Intensiv-Koordinators Michael Bauer sollen am Freitag weitere Verlegungen nach Niedersachsen folgen. Unter anderem sollen Patienten aus Eisenach und Bad Langensalza nach Hildesheim kommen. Außerdem ist eine Verlegung von Saalfeld nach Hannover geplant. Laut einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums sind derzeit acht Thüringer Patienten für eine Verlegung vorgesehen.

Am Dienstagabend hatten Bayern und mehrere Ost-Bundesländer erstmals in der vierten Welle das sogenannte Kleeblatt-Prinzip aktiviert. Darüber sollen bundesweite Verlegungen möglich sein. Neben Thüringen bereitet auch Sachsen Verlegungen vor - am Donnerstag war hier aber noch nichts konkret geplant. Außerdem hatte Bayern mehrere Dutzend Patienten vorgemerkt, die in den kommenden Tagen verlegt werden sollen. Der genaue Zeitpunkt war auch hier unklar.

Insgesamt bereiten sich die drei Länder seit Donnerstag für die Verlegung von insgesamt 54 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in aktuell weniger stark betroffenen Gebieten im Norden und Westen Deutschlands vor. Wie der zuständige Arbeitskreis der Innenministerkonferenz mitteilte, erklärten sich Krankenhäuser in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bereit, Patienten aufzunehmen.

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Kleeblatt-System wegen Corona-Pandemie eingeführt

Das Kleeblatt-System war unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle 2020 eingeführt worden und besteht aus den fünf Regionen Nord, Ost, West, Südwest und Süd. Das System soll Überforderungen bei einzelnen Krankenhäusern vermeiden, indem Patienten zunächst innerhalb eines Kleeblatts verlegt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist, sind auch bundesweite Verlegungen möglich. Dabei kommen neben für den Transport von Intensivpatienten ausgerüsteten Fahrzeugen auch Rettungshubschrauber und Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz.

RND/dpa

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