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Bendlerblock oder Reichstag? Afghanistan-Soldaten sollen nun doch geehrt werden

  • Bei der Heimkehr der letzten Afghanistan-Soldaten fehlten Politiker, um sie zu empfangen.
  • Jetzt soll Versäumtes bei einem Appell nachgeholt werden.
  • Strittig ist allerdings der Ort.
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Berlin. In Berlin wächst der Druck auf das Verteidigungsministerium, die öffentliche Ehrung der Afghanistan-Soldaten vor dem Berliner Reichstagsgebäude abzuhalten. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die Veranstaltung sollte in einem öffentlichen Raum stattfinden. Da kommt nur die Wiese vorm Reichstagsgebäude in Betracht.“

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Letzte deutsche Soldaten aus Afghanistan abgezogen
0:57 min
Inmitten einer sich zuspitzenden Sicherheitslage in Afghanistan haben die letzten deutschen Soldaten das Krisenland verlassen.  © dpa

Der Bendlerblock am Verteidigungsministerium fasse zu wenige Besucher, fügte Drescher hinzu. „Da wird nur eine kleine Öffentlichkeit Einblick nehmen können. Doch darum geht es: dass die Politik ein Zeichen der Wertschätzung an die Soldaten und in die Gesellschaft hinein sendet. Es müsste deshalb eine große Veranstaltung und ein würdiges Gedenken der Gefallenen geben.“ Den von der FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann geforderten Großen Zapfenstreich „würden wir unterstützen“, betonte der Verbandsvorsitzende. „Das wäre ein sehr feierliches Zeremoniell.“

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SPD-Politikerin Möller plädiert für das Reichstagsgebäude

Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, sagte dem RND: „Ich finde die Idee gut, das vor dem Reichstagsgebäude zu machen, weil wir eine Parlamentsarmee haben. Außerdem hat der Einsatz sowohl die Bundeswehr als auch den Bundestag im Umgang mit den Einsätzen verändert.“

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Bisher plant das Ministerium, den Einsatz, der in der vorigen Woche endete, am 31. August mit einem öffentlichen Appell am Bendlerblock zu würdigen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bereits seine Teilnahme ankündigen lassen. Nach Strack-Zimmermann hatte sich aber auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Johann Wadephul, für einen größeren Rahmen vor dem Reichstagsgebäude ausgesprochen. Der Bundestag habe die Afghanistan-Einsätze immerhin 20-mal mit Mandaten legitimiert, sagte er.

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Kritik am Umgang mit den Soldaten durch das Verteidigungsministerium

Nach der Rückkehr der letzten Einheiten gab es Kritik, weil kein Politiker die Heimkehrer in Empfang nahm. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hielt sich zu dem Zeitpunkt zu politischen Gesprächen in den USA auf, wies die Kritik aber zurück, weil die Soldatinnen und Soldaten nach außergewöhnlich langer Trennung so schnell wie möglich zu ihren Familien nach Hause gewollt hätten. Nach RND-Informationen stand und steht Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit dem Verteidigungsministerium in Kontakt, um eine würdige Veranstaltung zu ermöglichen.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr dauerte knapp 20 Jahre. 160.000 Soldatinnen und Soldaten wurden dorthin entsandt, 59 kamen in dem Land um.

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