Bundestagswahlkampf der Nord-Grünen mit Habeck gestartet

  • Trotz allen Ärgers um ihre Kanzlerkandidatin: Die Grünen im Norden geben sich betont optimistisch für die Bundestagswahl.
  • Den Wahlkampf haben sie mit ihren Spitzenleuten Amtsberg und Habeck nun offiziell eröffnet.
  • „Wir wollen die Wahl gewinnen“, sagte Bundesparteichef Robert Habeck.
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Kiel. Mit demonstrativer Zuversicht sind die schleswig-holsteinischen Grünen offiziell in den Wahlkampf zur Bundestagswahl gezogen. „Wir wollen die Wahl gewinnen“, sagte Bundesparteichef Robert Habeck bei der Auftaktveranstaltung am Samstag in der Kieler Innenstadt. „Den Rückenwind machen wir uns selbst.“ Acht Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September warb Habeck gemeinsam mit den weiteren Kandidaten auf vorderen Plätzen der Landesliste um Stimmen für die Partei.

Die Bundestagsabgeordnete Luise Amtsberg steht auf Platz eins der Landesliste, Habeck auf Platz zwei. Damit ist ihr Einzug in das neue Parlament faktisch sicher. Beide betonten die Notwendigkeit entschlossener und weitreichender Veränderungen angesichts des Klimawandels.

Deutschland stehe vor der „wahnsinnigen Herausforderung“, ein Industrieland in den nächsten 20 Jahren umzubauen und klimaneutral zu machen, sagte Habeck. Wer keine Antworten auf diese Zukunftsfrage gebe, habe es nicht verdient, ein Mandat für die nächste Regierung zu bekommen. Bei einer Transformation der Gesellschaft werde es auch Zumutungen geben, aber es müsse fair zugehen.

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Nach Kritik an ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock waren die Grünen in den vergangenen Wochen in den Umfragen deutlich hinter die Union zurückgefallen. Der Wirbel um Baerbock belaste ihren Wahlkampf vor Ort überhaupt nicht, sagte Amtsberg der Deutschen Presse-Agentur. „Ich werde in nahezu keinem Gespräch damit konfrontiert.“

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Sie merke sehr stark im Gespräch mit Unternehmen, Verbänden, Vertretern der Zivilgesellschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern, dass es vielen Menschen um Themen gehe und sie auch Antworten wollten. „Ich nehme stark wahr, dass sie ein gewisser Umgang mit bestimmten Themen nervt und sie politische Inhalte präferieren.“

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Die Grünen planen einen bundesweiten milliardenschweren Fonds zur Unterstützung bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.  © Reuters

Die große Koalition in Berlin habe zentrale Fragen der Zeit ignoriert, sagte Amtsberg. Die Flüchtlingspolitikerin bekundete den Anspruch der Grünen, in der Innenpolitik stärker mitzuentscheiden. „Wir Grünen müssen mehr Verantwortung in diesem Bereich übernehmen.“ Dies dürfe auch als Kampfansage verstanden werden. Rechtsextreme würden totgeschwiegen, kritisierte Amtsberg. Dies werde sich ändern, wenn die Grünen nach der Wahl mitregierten.

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„Die Ausgangslage ist so gut wie nie“, sagte Bundestagsfraktionsvize Konstantin von Notz, der auf Platz vier der Landesliste kandidiert. „Wir stehen heute hier mit zehn Kandidierenden, von denen wir sagen, das ist unser Kernteam für Berlin, die wollen wir auch reinkriegen“, sagte Amtsberg. „Wir gehen davon aus, dass wir wirklich mit einem starken Team und nicht wie bisher mit drei Abgeordneten in Berlin vertreten sein werden.“

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Bei der Wahl 2017 hatten die Grünen bundesweit 8,9 Prozent geholt und in Schleswig-Holstein 12,0. Für die anstehende Wahl sieht Habeck gute Chancen für um die 20 Prozent im Bund.

RND/dpa

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