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Bundestagswahl: Politikerpersönlichkeit ist Wählern wichtiger als Parteiprogramme

  • Die Parteien haben vor der Bundestagswahl am 26. September ihre Spitzenkandidaten festgelegt.
  • Einer Umfrage des Zukunftsforschers Horst Opaschowski zufolge entscheiden sie über Sieg oder Niederlage ihrer Parteien.
  • Denn ihre Persönlichkeit ist entscheidender als das Programm ihrer Parteien.
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Berlin. Die Persönlichkeit von Spitzenpolitikern wird den deutschen Wählern immer wichtiger. Vor der Bundestagswahl am 26. September hält eine Mehrheit das Profil von Kanzler- und Spitzenkandidaten der Parteien für wichtiger als die Inhalte ihrer Programme.

Das ist das Ergebnis einer Repräsentativumfrage des Opaschowski-Instituts für Zukunftsforschung (OIZ), in der 1000 Personen ab 14 Jahren nach ihrem Wahlverhalten gefragt wurden. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.

Mit 69 Prozent vertreten mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung die Auffassung: „Wähler entscheiden sich mehr für Personen als für Inhalte.

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Mehr Geld, mehr Persönlichkeit

50- bis 64-Jährigen ist die Persönlichkeit mit 72 Prozent bei der Wahlentscheidung wichtiger als 18- bis 29-Jährigen (64). Frauen lassen sich mit 70 Prozent etwas mehr davon beeinflussen als Männer (67), Großstädter deutlich mehr (71) als Bewohner im ländlichen Raum (61). Vor allem Familien mit Kindern (73) ist die Persönlichkeit der Politiker wichtig.

Offenbar wächst mit der Höhe des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens auch die Bedeutung des Persönlichkeitsprofils von Politikern für die eigene Wahlentscheidung. Bei Menschen mit Einkommen bis 1249 Euro finden 64 Prozent die Persönlichkeit des Bewerbers wichtiger als den Inhalt des Parteiprogramms. Bei 2500 Euro und mehr sind es 71 Prozent.

Opaschowski: Inszenierung vor Glaubwürdigkeit

Institutschef Horst Opaschowski glaubt, dass sich auch in Deutschland amerikanische Verhältnisse abzeichnen. „Bei Wahlen geht es oft mehr um die Inszenierung von Politikern als um die Glaubwürdigkeit politischer Inhalte“, so der Zukunftsforscher. „Gesucht werden eigentlich authentische Verbindungen von Personen und Programmen, die aber immer weniger zu finden sind.“

Aus Wählersicht gleiche Politik immer mehr einer Präsentation von Politikern in Talkshows und sozialen Medien, kritisiert Opaschowski. „Weil immer mehr Parteien die gleichen Wähler haben wollen, bietet sich auch ein vergleichbarer Wertemix an. Die Folge: Die Inhalte werden gleicher und die Programme austauschbarer. So nimmt die Orientierung der Wähler am Persönlichkeitsprofil der Politiker zu.“

Basis der Umfrage: Repräsentativbefragung von 1000 Personen ab 14 Jahren 2021 in Deutschland in der Zeit vom 24. Mai bis 6. Juni 2021. Gefragt wurde: „Wir leben in schwierigen Zeiten. Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen hinterlassen ihre Spuren auf dem Weg in die Zukunft. Stimmen Sie der folgenden Aussage persönlich zu oder stimmen Sie nicht zu? ‚Wähler entscheiden sich mehr für Personen als für Inhalte‘.“

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