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Studie: LGBTQ-Community will mehrheitlich Grüne wählen – Union unter 5 Prozent

  • Wenn es nach den Wahlberechtigten aus der LGBTQ+-Community geht, werden die Grünen mit über 50 Prozent stärkste Kraft im nächsten Bundestag.
  • Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen.
  • Die Union blieb bei den Befragten sogar unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Jens Strube
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Gießen. Mehr als die Hälfte der LGBTQ+-Community will bei der kommenden Bundestagswahl die Grünen wählen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD). Insgesamt 52,6 Prozent der homosexuellen, bisexuellen, queeren, pansexuellen und asexuellen Umfrageteilnehmer und Umfrageteilnehmerinnen gaben an, ihre Zweitstimme der Partei von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zu geben.

Vom 15. Juli bis zum 15. August nahmen insgesamt 5149 wahlberechtigte Personen aus der LGBTQ+-Community an der Onlinebefragung der Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler teil. Nach den Grünen kamen die Linken mit 17,4 Prozent auf die zweitmeisten Stimmen. Die SPD folgte mit 9,1 Prozent, die FDP mit 7,1 Prozent. Düster sieht es für die Union aus, die nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kam. Lediglich 3,2 Prozent würden die CDU/CSU wählen und damit nur knapp mehr als die AfD (2,6 Prozent).

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Union und SPD büßen bei LGBTQ-Wahlberechtigten kräftig ein

Die Forschenden heben in der Auswertung auch besonders die starken Unterschiede im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 hervor. Demnach sei die Zustimmung für die Grünen um 23 Prozentpunkte gewachsen. Die aktuellen Regierungsparteien mussten von ihrem ohnehin niedrigen Niveau nochmals mehr als die Hälfte einbüßen. Die Union fiel von 6,9 Prozent (–3,7 Prozent) zurück, die SPD verlor sogar 12,1 Prozent, nachdem sie noch vor vier Jahren bei 21,2 Prozent stand. Als potenziellen Grund vermuten die Forschenden unter anderem die jüngsten Abstimmungen im Bundestag zum Transsexuellengesetz und zur Blutspende.

Ob die Befragten aus dem Osten oder Westen kamen, spielte beim Großteil der Präferenzen eher eine untergeordnete Rolle. Lediglich bei Grünen und Linken zeichnete sich eine Auffälligkeit ab: Während die Grünen im Westen 54,9 Prozent und im Osten nur 44,9 Prozent der Stimmen bekamen, war der Trend bei der Linkspartei genau andersherum. Im Westen gab es 15,4 Prozent, im Osten dagegen 24,8 Prozent.

Laut Ergebnisbericht gehören in Deutschland schätzungsweise zwischen 1,8 und drei Millionen der Wahlberechtigten der LGBTQ+-Community an. Entsprechende Wahlstudien seien „insofern aus politischen und wissenschaftlichen Gründen sehr wichtig”.

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