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Bundestagswahl 2021: Wahlswiper und Co. – die Alternativen zum Wahl-O-Mat

  • Vielen stellt sich vor der Bundestagswahl die Frage, welche Partei sie wählen sollen.
  • Im Netz kursieren verschiedene Tools und Angebote, die bei der Entscheidung helfen können.
  • Eines davon ist der Wahlswiper, der auch in anderen Sprachen angeboten wird.
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Hannover. Die Bundestagswahl 2021 steht kurz bevor. Um herauszufinden, welche Parteien mit den eigenen Standpunkten übereinstimmen (und welche nicht), gibt es verschiedene Onlineplattformen oder Apps. Das bekannteste Tool dürfte dabei der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung sein. Daneben gibt es aber auch eine Reihe weniger bekannter Alternativen. Zum Beispiel den Wahlswiper, der erstmals bei der Bundestagswahl 2017 zur Verfügung gestellt wurde. Was das Tool kann und wie es funktioniert, erklären wir hier. Eine Reihe weiterer Angebote listen wir am Ende auf.

Wer steckt hinter dem Wahlswiper?

Der Wahlswiper wird vom Verein Voteswiper entwickelt und ist kostenlos im Internetbrowser oder als App (für iOS- und Androidgeräte) nutzbar. Laut Entwickler stehen keine finanziellen Interessen hinter dem Projekt, das durch Förder­mitgliedschaften und Spenden finanziert wird.

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Seit der Europawahl 2019 gibt es das Onlinetool auch in anderen Ländern. Zur Bundestagswahl 2021 wird der Wahlswiper laut Verein auch auf Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Persisch angeboten.

Wie funktioniert der Wahlswiper zur Bundestagswahl 2021?

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Anders als der Wahl-O-Mat ist der Wahlswiper vor allem für die Nutzung am Smartphone optimiert. Nach dem „Tinder-Prinzip“ können Nutzerinnen und Nutzer Thesen nach links oder rechts wischen („swipen“), um auf Fragen zu politischen Themen zu antworten. Dabei gibt es insgesamt 36 Fragen, die beantwortet werden können. Das Programm errechnet daraufhin die Übereinstimmung mit den Antworten der Parteien. Wie beim Wahl-O-Mat lassen sich auch einzelne Fragen überspringen oder doppelt gewichten.

Die 36 Fragen sind vielseitig und behandeln unter anderem Themen wie Umwelt, Soziales, Steuern, Gesundheit, Verteidigung, Migration und Gleichstellung. Im aktuellen Wahlswiper zur Bundestagswahl 2021 lautet eine Frage etwa, ob der Mindestlohn auf mindestens 12 Euro angehoben werden sollte. Eine andere Frage thematisiert das Ehegattensplitting. Zu jeder Frage gibt es kurze Erklärvideos, die die teilweise komplexen Inhalte verständlicher machen. Der Erklärungstext wird neben dem Video angezeigt.

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Wie viele Parteien sind im Wahlswiper zur Bundestagswahl 2021 vertreten?

Im Wahlswiper stehen 36 von den insgesamt 47 Parteien, die zur Bundestagswahl antreten, zur Verfügung. Neben bekannten Parteien wie der SPD, CDU/CSU oder den Grünen stehen auch kleine Parteien wie die Tierschutzallianz, die Partei des Fortschritts oder Volt Deutschland zur Auswahl. Wenn alle Fragen durch sind, können Nutzerinnen und Nutzer ihre Antworten entweder mit allen 36 Parteien vergleichen oder einzelne Parteien auswählen.

Im anschließenden Ergebnismenü stellt ein Balkendiagramm die prozentuale Übereinstimmung mit den Parteien visuell dar. Wählt man aus dem Diagramm eine Partei aus, kann die Abstimmung pro Frage miteinander verglichen werden. Sofern vorhanden, lassen sich hier auch die jeweiligen Begründungen der Parteien zu den einzelnen Fragen durchlesen. Des Weiteren gelangt man von hier zur Parteiwebsite und dem aktuellen Wahlprogramm.

Welche weiteren Alternativen gibt es zum Wahl-O-Mat?

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Neben dem Wahl-O-Mat und dem Wahlswiper gibt es noch viele andere Wahlentscheidungshilfe-Tools für die Bundestagswahl 2021. Hier eine Auswahl:

  • Der Wahltest stellt 25 Fragen, zu denen es teilweise mehr Antwortoptionen als nur „ja“ oder „nein“ gibt. Jede Frage kann zudem unterschiedlich stark gewichtet oder übersprungen werden. Bei der Auswahl der Fragen orientiert sich das Erstellerteam laut eigener Aussage „an den ‚wichtigen Problemen in Deutschland‘ laut ‚Politbarometer‘ der Forschungsgruppe Wahlen in den letzten zwölf Monaten“. Hinter dem Wahltest steht die Onlinemedienagentur wegewerk GmbH mit Sitz in Berlin.
  • Der Sozial-O-Mat 2021 der Diakonie Deutschland richtet den Blick auf die sozialen Themen Arbeit, Gesundheit, Familie und Kinder sowie Migration. Zu jedem Themenbereich gibt es einleitende Erklärtexte. Zudem gibt es zu jeder These ein Beispiel aus der Praxis, das dabei hilft, die oft abstrakten politischen Thesen zu veranschaulichen.
  • Das Onlinetool Wahltraut setzt den Fokus auf die Themen Gleichberechtigung, Antirassismus und Inklusion. Dabei stehen 32 Thesen zur Auswahl, zu denen fünf Parteien Position bezogen haben. Erstellt wurde die Wahl-O-Mat-Alternative mithilfe von unabhängigen Gremien, darunter UN Women Germany, Medica Mondiale und Doctors for Choice.
  • Der Klimawahlcheck vergleicht die eigene Meinung mit den Positionen ausgewählter Parteien (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke) zu Fragen rund um den Klimaschutz. Hier werden je fünf Fragen zu sechs verschiedenen Themengebieten (Energie, Mobilität, Industrie, Gebäude, Klimagerechtigkeit und Klimaziele, Landwirtschaft und Artenvielfalt) gestellt. Der Abstimmungsprozess ähnelt dem anderer Wahlhilfetools. Da die „Bewertung klimapolitischer Maßnahmen des AfD-Wahlprogramms“ nicht möglich gewesen sei, wurde die Partei von den Erstellern für den Klimawahlcheck nicht beachtet.
  • Der Zukunftswahlcheck des WWF hat den Fokus ebenfalls auf Klimafragen gelegt. Anders als beim Klimawahlcheck ist das Angebot allerdings nicht interaktiv. Stattdessen wurden die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, FDP sowie der Linken und Grünen mit den eigenen Forderungen der Naturschutzorganisation abgeglichen.
  • Der Wahlcheck der Verbraucherzentralen wirft einen Blick auf die verbraucherpolitischen Pläne und Positionen der Parteien. Dafür wurden elf Kernforderungen an die Politik gestellt. Wie der Zukunftswahlcheck des WWF ist das Angebot nicht interaktiv.
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