Bundestagswahl 2021: Fragen und Antworten

  • Im Herbst findet die Bundestagswahl statt.
  • Wer darf wählen, und was ist eigentlich die Fünf-Prozent-Hürde?
  • Die wichtigsten Fragen zur Wahl 2021 beantworten wir hier.
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Berlin. Im Herbst findet in Deutschland die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag statt. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Fragen:

Wann ist die Bundestagswahl 2021?

Der Wahltag wird vom Bundespräsidenten im Einklang mit der Bundesregierung und den Ländern in einer Sitzung abgestimmt. Der genaue Wahltermin fällt in diesem Jahr auf Sonntag, den 26. September 2021.

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Der Termin der Bundestagswahl muss sich laut Bundeswahlgesetz nach 46 bis 48 Monaten der aktuellen Wahlperiode ereignen und darf nur an einem Sonntag oder Feiertag stattfinden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass möglichst viele Menschen ihre Stimme abgeben können.

Welche Parteien sind bei der Bundestagswahl 2021 vertreten?

Die endgültige Liste der antretenden Parteien steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Zu den bereits sicher an der Bundestagswahl 2021 teilnehmenden Parteien gehören aber unter anderen die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien. Das sind:

  • Union (CDU / CSU)
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  • Bündnis 90/Die Grünen (Grüne)
  • Alternative für Deutschland (AfD)
  • Freie Demokratische Partei (FDP)
  • Die Linke (Linke)
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Bei der letzten Bundestagswahl standen neben diesen Parteien noch 28 weitere Parteien und Wählervereinigungen zur Wahl, darunter etwa Piraten, NPD, Freie Wähler und die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands).

Wie ging die letzte Bundestagswahl aus?

Bei der letzten Bundestagswahl, am 24. September 2017, erhielt die CDU mit 26,9 Prozent die meisten Stimmen. Die SPD kam auf 20,5 Prozent. Mit klarem Abstand dahinter folgten AfD (12,6 Prozent), FDP (10,8 Prozent), Linke (9,2 Prozent) und Grüne (8,9 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag 2017 bei 76,2 Prozent.

Wie viele Bundeskanzler*innen gab es in der Geschichte der BRD?

In der Bundesrepublik Deutschland gab es seit 1949 acht Bundeskanzler*innen. Davon stellte die CDU fünf, die SPD drei Kanzler*innen. Als erste und bisher einzige Bundeskanzlerin ist Angela Merkel von der CDU seit 16 Jahren und vier Legislaturperioden im Amt.

Bundeskanzler*in Partei Zeitraum
Konrad Adenauer CDU 15. September 1949 – 16. Oktober 1963
Ludwig Erhard CDU 16. Oktober 1963 – 1. Dezember 1966
Kurt Georg Kiesinger CDU 1. Dezember 1966 – 21. Oktober 1969
Willy Brandt SPD 21. Oktober 1969 – 7. Mai 1974
Helmut Schmidt SPD 16. Mai 1974 – 1. Oktober 1982
Helmut Kohl CDU 1. Oktober 1982 – 27. Oktober 1998
Gerhard Schröder SPD 27. Oktober 1998 – 22. November 2005
Angela Merkel CDU seit 22. November 2005
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Wer wählt den deutschen Bundestag?

In Deutschland können im Herbst mehr als 60 Millionen Menschen über die Bundestagswahl ihre neue Bundesregierung wählen. Dazu zählen am Wahltag alle Personen, die eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Außerdem müssen diese volljährig sein und seit mindestens drei Jahren einen Wohnsitz in Deutschland haben.

Personen, die mit der deutschen Staatsangehörigkeit im Ausland leben, dürfen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls wählen. Dies gilt für all diejenigen, die ab dem 14. Lebensjahr für mindestens drei Monaten hinweg in Deutschland gelebt haben. Jedoch darf dieser Aufenthalt maximal 25 Jahre her sein.

Laut Bundeswahlleiter können die im Ausland ansässigen Personen mit einer deutschen Nationalität auch aus anderen Gründen wählen. Nämlich dann, wenn sie persönlich und direkt mit den politischen Verhältnissen in Deutschland vertraut und von ihnen betroffen sind.

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Allgemein gilt für jeden deutschen Bürger, der während eines aktuellen Aufenthalts im Ausland wählen möchte, eine bestimmte Voraussetzung. Es muss die Hinzufügung in das vorgesehene Wählerverzeichnis beantragt werden. Darüber wird von der zuständigen Gemeinde entschieden.

Wie wird man in den deutschen Bundestag gewählt?

Bei der Bundestagswahl 2021 werden laut Bundeswahlgesetz 598 Sitze vergeben, welche von den vorgeschlagenen Personen der Parteien besetzt werden. Es gilt das personalisierte Verhältniswahlrecht. Mit der Erststimme werden Direktkandidaten aus den 299 Wahlkreisen gewählt. Die Person mit den meisten Stimmen aus dem jeweiligen Wahlkreis zieht direkt in den Bundestag ein. Die weiteren 299 Abgeordneten werden über die Zweitstimme bestimmt. Hier wird die Partei gewählt und letztlich über die Sitzverteilung im Parlament entschieden.

Es können auch Abgeordnete ohne Parteizugehörigkeit in den Bundestag gewählt werden. Voraussetzung hierfür ist die Unterstützung von 200 Wählerinnen und Wählern in dem Wahlkreis, wo der parteilose Kandidat oder die Kandidatin aufgestellt wird. Die Hürde, parteilos in den Bundestag zu ziehen, ist hoch und bedarf nicht zuletzt einer großen Bekanntheit bei der Wählerschaft. Häufig bilden die gewählten parteilosen Abgeordneten eine eigene Gruppe im Parlament.

Was ist die Fünf-Prozent-Hürde?

Wie bei Landtagswahlen auch, gilt bei der Bundestagswahl die sogenannte Fünf-Prozent-Hürde. Das bedeutet, dass eine Partei mindestens fünf Prozent von den Gesamtstimmen erhalten muss, um ins Parlament einzuziehen. Die Fünf-Prozent-Hürde soll verhindern, dass das Parlament „zersplittert“, also zu viele Kleinstparteien vertreten sind, die eine Regierungsbildung erschweren.

Gibt es eine Briefwahl?

Aufgrund der Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass die Briefwahl vermehrt als Alternative zur Stimmabgabe im Wahllokal genutzt werden wird. Der dafür vorgesehene Antrag kann bei der Gemeinde persönlich oder online gestellt werden, telefonisch ist das jedoch nicht möglich. Schriftlich kann der Antrag per E-Mail, Fax oder Post gestellt werden. Die Informationen dazu finden sich auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung, die stimmberechtigten Bürgern im Vorfeld der Wahl zugeschickt wird.

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