Umfrage: Parteiposition zu Steuererhöhungen beeinflusst Wahlentscheidung

  • 60 Prozent geben an, dass ihre Wahlentscheidung davon beeinflusst wird, ob Parteien Steuererhöhungen oder Steuersenkungen ankündigen.
  • Fast 70 Prozent sprechen sich gegen Steuererhöhungen nach der Wahl aus.
  • Eine deutliche Mehrheit hält Steuererhöhungen durch die Grünen für am wahrscheinlichsten.
Antea Obinja
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Berlin. Die Position der Parteien beim Thema Steuererhöhungen hat einen relevanten Einfluss auf die Entscheidung der Wählerinnen und Wähler. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungs­forschungsinstituts Civey im Rahmen einer größeren politischen Analyse zur aktuellen Situation vor der Bundestagswahl.

Knapp 60 Prozent der Befragten im Rahmen der Untersuchung gaben an, dass ihre Wahlentscheidung davon beeinflusst wird, ob Parteien Steuererhöhungen oder Steuersenkungen für Verbraucherinnen und Verbraucher ankündigen. Ob die Pläne der Parteien die Entscheidung im positiven oder im negativen Sinne beeinflussen, geht aus der Umfrage nicht hervor.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten sprach sich allerdings gegen Steuererhöhungen nach der Wahl aus: 68,9 Prozent antworteten auf die Frage „Sollten Steuern oder Abgaben, trotz der derzeitigen, durch die Corona-Pandemie verursachten wirtschaftlichen Lage, nach der Wahl erhöht werden dürfen?“ mit „eher nein“ oder „auf keinen Fall“. Laut Civey halten nur 22 Prozent der Deutschen die Erhöhung von Verbrauchersteuern für einen sozial fairen Weg des Staates, Einnahmen zu erzielen.

Rund 18 Prozent trauen Union Steuer­erhöhungen zu

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Sicher scheinen sich die Befragten dabei zu sein, von wem sie eine Steuererhöhung zu erwarten haben: Laut der Befragung hält knapp die Hälfte aller Deutschen Steuererhöhungen durch die Grünen nach der Bundestagswahl für am wahrscheinlichsten.

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Auf die Fragen „Von welcher der Parteien erwarten Sie im Fall einer Regierungsbeteiligung nach der Bundestagswahl am ehesten eine Erhöhung der Steuern?“ und „Bei welcher Partei halten Sie es für am wahrscheinlichsten, dass sie nach der Wahl Verbrauchssteuern und Abgaben erhöhen wird?“ liegen die Grünen mit jeweils 48,1 Prozent und 50,7 Prozent weit vor den anderen Parteien.

Auf dem zweiten Platz landete jeweils die CDU/CSU mit 16,1 beziehungsweise 18,5 Prozent, gefolgt von der SPD mit 14,1 und 11,3 Prozent. Der FDP trauen nur 4,6 beziehungsweise 3,8 Prozent Steuererhöhungen zu. Die Partei Die Linke liegt mit 11,5 und 10,2 Prozent im Mittelfeld. Die AfD liegt jeweils an letzter Stelle mit 1,9 beziehungsweise einem Prozent.

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