Fotos unter Röcke werden zur Straftat

  • Schon länger fordern etliche Politiker Strafen für heimliche Fotos unter Röcke.
  • Dem will das Bundeskabinett nun nachkommen.
  • Am Mittwoch beschloss die Regierung einen entsprechenden Gesetzentwurf, der überdies auch Strafen für das Fotografieren von Unfallopfern vorsieht.
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Berlin. Die Bundesregierung will das Fotografieren von Unfallopfern unter Strafe stellen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf, nach dem das Herstellen und Verbreiten von Aufnahmen, die einen Verstorbenen "in grob anstößiger Weise" zur Schau stellen, künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet werden kann, wie das Bundesjustizministerium in Berlin mitteilte. Verboten werden sollen auch Aufnahmen, die heimlich vom Intimbereich von Frauen gemacht werden, beispielsweise sogenannte Uspkirt-Fotos, bei denen heimlich unter den Rock fotografiert wird.

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Härtere Strafen für Gaffer und „Upskirting“
1:30 min
Durch einen neuen Gesetzentwurf wird Gaffern das Handwerk gelegt.  © dpa

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte, verletzte Unfallopfer oder gar Tote aus reiner Sensationsgier zu fotografieren, sei widerlich und verstoße gegen die Grundregeln menschlichen Anstands. Zur Begründung des Gesetzesvorhabens, über das der Bundestag noch entscheiden muss, hieß es, das Persönlichkeitsrecht gelte auch nach dem Tod und solle nun strafrechtlich abgesichert werden.

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"Demütigende und nicht zu rechtfertigende Verletzung der Intimsphäre"

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Zum Verbot der Upskirt-Aufnahmen sagte Lambrecht, einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren, sei eine demütigende und nicht zu rechtfertigende Verletzung der Intimsphäre. Verboten werden sollen den Angaben zufolge Aufnahmen von Genitalien, dem Gesäß, der Brust oder der Unterwäsche, wenn diese durch Kleidung eigentlich gegen Anblicke geschützt sind.

RND/epd

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