Bundesregierung erwartet mehr als zwei Millionen Kurzarbeiter

  • Die Corona-Krise stürzt etliche Unternehmen in existenzielle Nöte.
  • Um die Folgen abzumildern, hat der Bundestag kürzlich ein erweitertes Kurzarbeitergeld auf den Weg gebracht.
  • Die Bundesregierung geht davon aus, dass es 2020 mehr als zwei Millionen Kurzarbeiter geben wird.
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Berlin. Wegen der Corona-Krise rechnet die Bundesregierung für das laufende Jahr mit mehr als einer Million zusätzlichen Fällen von Kurzarbeitergeld. “Es wird von 2,15 Millionen Fällen des Bezugs von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ausgegangen”, heißt es in der entsprechenden Verordnung des Bundesarbeitsministeriums, die der dpa vorliegt. Das “Handelsblatt” berichtete zuvor darüber. Das Ministerium geht von 1,15 Millionen zusätzlichen Fällen aus. Eine Millionen Fälle wären demnach auch nach geltendem Recht ohne die Erleichterungen zu erwarten gewesen. Laut “Handelsblatt” rechnet das Arbeitsministerium mit Kosten für die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 10,05 Milliarden Euro.

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Der Bundestag hatte kürzlich ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Schäden des Coronavirus abzumildern und Existenten zu sichern. Arbeitgeber können nun rückwirkend zum 1. März Kurzarbeitergeld nutzen, auch wenn erst 10 Prozent der Beschäftigten Arbeitsausfälle haben. Bislang war dafür ein Drittel der Arbeitnehmer nötig.

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Ansturm auf Kurzarbeitergeld

Kurzarbeit kann anmelden, wer als Betrieb alles getan hat, um Arbeitsausfälle zu vermindern oder zu beheben, wenn also der Arbeitsausfall unvermeidbar ist. Zunächst aber müssen Mittel wie Zeitguthaben, Überstunden oder Ähnliches ausgeschöpft worden sein.

Derzeit gibt es einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums teilte am Mittwoch mit, dass Firmen die Leistung im großen Stil beantragten und es einen enormen Beratungsbedarf gebe.

RND/dpa/cz

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