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Spahn zu Corona-Neuinfektionen: “Dynamik in Nachbarländern besorgniserregend”

  • Sorgenvoll blickt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf die aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie.
  • Die neuen, lokalen Beschränkungen in München begrüßt er.
  • Ab Mitte Oktober sollen außerdem eine neue Teststrategie, eine neue Testverordnung und eine neue Quarantäneregelung gelten.
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Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) blickt unruhig auf die aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie. “Besorgniserregend ist die Dynamik in Europa und den Nachbarländern”, sagte Spahn am Montag in Berlin. “Das führt zum Eintrag des Virus nach Deutschland hinein.”

Zur Eindämmung des Coronavirus hatte die Stadt München am Montag eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen. Ein Schritt, den Spahn begrüßte. “Das ist genau der Ansatz, den wir vereinbart haben mit Bund und Ländern, dass lokal entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Die Maßnahmen dienen dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürgern”, sagte der CDU-Politiker.

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Spahn: Neue Corona-Strategie für Herbst und Winter
1:54 min
Angesichts steigender Corona-Zahlen in Deutschland setzt der Bundesgesundheitsminister auf zentrale Fieberambulanzen für Patienten mit Atemwegsinfektionen.  © Reuters
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Aktuell liefen die Vorbereitungen auf Herbst und Winter, betonte Spahn außerdem. Ab Mitte Oktober sollen eine “neue Teststrategie, eine neue Testverordnung und eine neue Quarantäneregelung gelten”, sagte der Bundesgesundheitsminister. Ihm sei wichtig, dass Schnelltests ein Teil dieser neuen Strategie würden, um etwa in Pflegeeinrichtungen “schnell und vor Ort testen zu können”.

Zudem gehe es darum, eine gute Infrastruktur zu entwickeln, damit sich die Menschen im Gesundheitswesen nicht untereinander ansteckten, ergänzte er. In einem Interview mit der “Rheinischen Post” hatte Spahn bereits über einen Plan gesprochen, für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, zentrale Anlaufstellen einzurichten – sogenannte “Fieberambulanzen”.

Für Pflegekräfte will Spahn indes 20.000 zusätzliche Stellen schaffen. Dazu werde er am Mittwoch im Bundeskabinett ein “Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege” vorlegen, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “In der Pflege zu arbeiten wird wieder attraktiver, wenn mehr Kolleginnen und Kollegen mit anpacken”, sagte Spahn. “Deswegen finanzieren wir 20.000 neue Assistenzstellen in der Altenpflege, jedes Pflegeheim in Deutschland profitiert davon.”

Spahn reagiert auf Merz-Äußerung

In der Pressekonferenz sprach Spahn auch über die Äußerung von Friedrich Merz, einem Mitbewerber um den CDU-Vorsitz, bei dem der Gesundheitsminister, der offen homosexuell lebt, NRW-Landesvater Armin Laschet unterstützt. Merz hatte bei der “Bild” auf die Frage, ob er etwas gegen einen schwulen Bundeskanzler habe, gesagt: “Die Frage der sexuellen Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an, solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft.” Spahn hatte dafür nur einen Satz übrig: “Na ja, wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen sie Fragen eher an Friedrich Merz richten, würde ich sagen.”

RND/tdi/epd

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