Bund vergibt Hermes-Bürgschaft für Bau von Kreuzfahrtschiffen

  • Die MV-Werften in Mecklenburg-Vorpommern wollen die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt bauen.
  • Die Bundesregierung unterstützt das Projekt, das vor allem auf den asiatischen Markt zielt.
  • Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat nun Hermes-Bürgschaften in Milliardenhöhe zugesagt.
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Berlin. Die Bundesregierung unterstützt die Finanzierung zweier Kreuzfahrtschiffe der MV-Werften aus Mecklenburg-Vorpommern mit Exportkreditgarantien in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Zugleich hat das Land Mecklenburg-Vorpommern nach RND-Informationen zugesagt, einen weiteren Teil der Finanzierung über eine Landesbürgschaft abzusichern.

Die Hermes-Bürgschaften sichern die Ausfuhr von zwei Schiffen der neuen „Global Class“ ab. Diese gelten als größte Kreuzfahrtschiffe der Welt und sind für den asiatischen Markt bestimmt. Mit ihrer Kapazität von bis zu 9500 Passagieren und 2500 Besatzungsmitgliedern wären die Schiffe „Global Class 1 und 2“ die größten je gebaute Passagierschiffe in Deutschland.

Größter Industriebetrieb in Mecklenburg-Vorpommern

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Die MV-Werften sind mit fast 3000 Mitarbeitern der größte Industriebetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Werftengruppe mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund befindet sich seit 2016 im Besitz der Gruppe Genting Hongkong, die das Unternehmen zu einem Spezialhersteller für Kreuzfahrtschiffe umgebaut hat.

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU), bezeichnete die Entscheidung des Bundes als wichtige Nachricht für Werftenindustrie, Zulieferbetriebe und Beschäftigte. „Mit der Übernahme der Exportgarantien für die beiden Kreuzfahrtschiffe bekennen wir uns zur Bedeutung des Kreuzfahrtschiffbaus im Land Mecklenburg-Vorpommern und am Standort Deutschland“, sagte Brackmann dem RND. „Die Entscheidung, die beiden Schiffe hier zu bauen, zeigt, welches maritime Know-how in Deutschland vorhanden ist“, so der CDU-Politiker weiter. „Beim Bau von komplexen Schiffen liegen Deutschland und Europa dank der hervorragenden Fachkräfte hier vor Ort und einem engen Netzwerk an maritimen Zulieferern weltweit weiter vorn. Wir können im Schiffbau anders als die meisten anderen Industrien noch auf eine praktisch vollständig geschlossene Wertschöpfungskette in Europa setzen.“