• Startseite
  • Politik
  • Bund und Länder beraten über geplante „Nachhilfe-Milliarde“

Bund und Länder beraten über geplante „Nachhilfe-Milliarde“

  • Mit einem Förderprogramm wollen Bund und Länder Schülern helfen, durch die Corona-Krise entstandene Lernrückstände aufzuholen.
  • Die SPD-geführten Länder haben sich nun auf konkrete Eckpunkte verständigt.
  • Das Programm könnte einen Umfang von einer Milliarde Euro haben, so Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Wegen des massiven Schulausfalls in der Corona-Krise planen Bund und Länder ein umfangreiches Programm für Schüler, um entstandene Lernrückstände aufzuholen. Entsprechende Gespräche darüber laufen bereits länger, nach Angaben von Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) haben sich die SPD-geführten Bundesländer nun aber auf konkrete Eckpunkte verständigt.

„Die Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr fast die halbe Zeit die Schule nicht besuchen können. Wir sind uns angesichts des Ausfalls einig, dass gehandelt werden muss, damit keiner den Anschluss verliert“, sagte Rabe der Nachrichtenagentur dpa. Seinen Angaben zufolge könnte das Förderprogramm einen Umfang von einer Milliarde Euro haben. Das sei zumindest die „Arbeitshypothese“ zwischen Bund und Ländern.

Nach den Vorstellungen der SPD-geführten Länder könne mit dem Geld etwa jedem vierten oder fünften der rund elf Millionen Schüler in Deutschland ein Angebot für eine Lernförderung gemacht werden: Entweder zwei Extra-Stunden pro Woche in Kleingruppen über ein gesamtes Schuljahr verteilt oder vier Förderstunden pro Woche verteilt über ein halbes Schuljahr. Dies sollte nach Angaben Rabes möglichst unter dem Dach der Schulen stattfinden.

Anzeige
Video
Impfstart für Lehrer und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern
1:38 min
Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird der Corona-Impfstoff von AstraZeneca an Grundschullehrer und Erzieher verimpft.  © Reuters

Nachwuchslehrer und Volkshochschulpersonal sollen helfen

Zum Einsatz kommen könnten Nachwuchslehrer im Studium, pensionierte Lehrkräfte oder Volkshochschulpersonal. Aber auch externe Anbieter seien denkbar.

Über die Notwendigkeit eines gemeinsamen Bund-Länder-Programms zur Unterstützung bestehender Fördermaßnahmen in den Ländern sind sich alle einig. Die Kultusministerkonferenz hatte dazu bereits Beschlüsse gefasst. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte der dpa: „Wir müssen alles dafür tun, dass die Kinder und Jugendlichen die Lernrückstände, die in der Corona-Zeit entstanden sind, wieder ausgleichen können. Deshalb ist die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern für ein entsprechendes Förderprogramm gut und richtig.“

Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich für ein „großes Nachholprogramm“ ausgesprochen. Über die Details wird nun noch verhandelt - etwa, in welcher Höhe genau sich Bund und Länder daran beteiligen und welche Schüler konkret ein Förderangebot bekommen sollen.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen