Bulgarien verstärkt Grenzschutz gegen Flüchtlinge

  • Bulgarien hat den Schutz seiner Grenze zur Türkei verstärkt.
  • Griechenland hat einen griechisch-türkischen Grenzübergang geschlossen.
  • Zuvor hatte die Türkei angekündigt, Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa nicht länger zu stoppen.
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Sofia/Athen. Das EU-Land Bulgarien hat den Schutz seiner Grenze zur Türkei nach Berichten über Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europäische Union verstärkt. An der EU-Außengrenze sei bereits die Gendarmerie stationiert worden, sagte Regierungschef Boiko Borissow am Freitag in Sofia. Bulgarien sei vorbereitet, 1000 Soldaten an die türkische Grenze zu schicken, kündigte Verteidigungsminister Krassimir Karakatschanow an.

In der nahe der bulgarischen Grenze gelegenen türkischen Stadt Edirne hätten sich Migranten versammelt, erläuterte Borissow. Zwei Gruppen von jeweils etwa 30 Migranten seien am Freitagmorgen von der bulgarischen Grenzpolizei daran gehindert worden, nach Bulgarien zu gelangen, teilte Karakatschanow auf der Webseite seines Ministeriums mit. Der Minister sei entschlossen, dass die Armee den Grenzschutz voll unterstütze, um keinen einzigen Migranten illegal auf das Staatsgebiet Bulgariens zu lassen.

Regierungschef Borissow sagte, er erwarte nun ein Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Bulgarien setzt auf die Umsetzung des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei. Borissow hatte soweit die gute Zusammenarbeit mit der Türkei immer wieder gelobt. In der Flüchtlingskrise gilt das ärmste EU-Land Bulgarien als ein Transitland. In seinen Flüchtlingszentren halten sich kaum mehr Migranten auf.

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Griechenland macht Grenzübergang dicht

Auch Griechenland hat am Freitag erste Maßnahmen getroffen und den Grenzübergang zur Türkei bei Kastanies/Pazarkule geschlossen. Dies berichtete das griechische Staatsfernsehen (ERT). Zuvor hatten sich nach den Gerüchten über eine Öffnung der türkischen Grenzen für Flüchtlinge in Richtung Europa Hunderte Migranten an diesem Übergang am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros (türkisch: Meric) versammelt.

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Wie lange die Schließung dauern werde, sei unklar, berichtete das Staatsfernsehen Griechenlands. Reporter vor Ort berichteten, auf der griechischen Seite habe die Regierung in Athen zahlreiche Polizisten und Grenzschutzbeamte sowie Soldaten zusammengezogen.

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonisch über das Vorgehen an der Grenze zur Türkei informiert. Dies teilte das Büro des Regierungschefs in Athen mit. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

RND/dpa

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