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Bulgarien untersucht Rolle Russlands bei Explosionen in Munitionslagern

  • Zwischen 2011 und 2020 hat es in Bulgarien mehrere Explosionen in Munitionslagern gegeben.
  • Die dabei vernichtete Produktion hätte nach Georgien und in die Ukraine geliefert werden sollen. An diesen Tagen hielten sich auch sechs Russen in dem Land auf.
  • Zufall? Das will Bulgarien nun herausfinden.
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Sofia/Moskau. Bulgarien prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen vier Explosionen in Munitionslagern in dem EU-Land und dem Aufenthalt von sechs Russen an den Tagen der Vorfälle. Die Explosionen sollen sich zwischen 2011 und 2020 ereignet haben.

Die dabei vernichtete Produktion sei für den Export nach Georgien und in die Ukraine bestimmt gewesen, sagte Sijka Milewa, Sprecherin des Chefanklägers Iwan Geschew, am Mittwoch in Sofia. Sie äußerte die Vermutung, es könne ein Ziel der Russen gewesen sein, die Lieferungen zu stoppen.

Bulgarien überprüfe auch, ob es einen Zusammenhang zwischen den Explosionen in seinen Munitionsdepots und der Explosion in einem Munitionslager in Tschechien im Jahr 2014 gebe. Prag und Moskau haben im Streit um diesen Vorfall gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow rief die EU mit Blick auf die Explosionen in Munitionsdepots in Bulgarien und Tschechien auf, den Waffenhandel auf ihrem Gebiet besser zu kontrollieren. Die EU solle sich um diese Lage kümmern, „die damit verbunden ist, dass mit dem Handel und der Lagerung von Waffen und Munition irgendwelche privaten Unternehmer etwas zu tun haben“, sagte Lawrow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

„Die EU sollte mal auf die Fragen antworten, die wir gestellt haben und die sich darum drehen, inwieweit die EU ihre Mitglieder hinsichtlich der Einhaltung von Verpflichtungen gemäß verschiedener Dokumente im Bereich des Waffenhandels kontrolliert.“

Russische Staatsbürger wegen versuchter Vergiftung angeklagt

Es könnte eine „begründete Vermutung“ angestellt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen den Explosionen in Bulgarien und einem Versuch gebe, drei bulgarische Staatsbürger zu vergiften, sagte die Sprecherin Milewa weiter.

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Gegen drei russische Staatsbürger sind in Bulgarien bereits Anklagen wegen versuchter Vergiftung erhoben worden. Nach den drei Russen wird international gefahndet. Sie sollen den bulgarischen Geheimdiensten zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Russlands Hauptabteilung für Aufklärung gehören.

Den bulgarischen Ermittlungen zufolge hielten sich die für die Explosionen verdächtigen Russen auch in den Tagen einer versuchten Vergiftung der drei Bulgaren in dem Balkanland auf. Einer der Bulgaren ist ein Waffenhändler. In den Munitionslagern, wo es Explosionen gab, soll auch Material gelagert worden sein, das ihm gehörte.

RND/dpa

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