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„Brutale Attacken“: UN-Experte befürchtet Tod von Tausenden Menschen in Myanmar

  • Bombenangriffe der Militärjunta in Myanmar treiben immer mehr Menschen in die Flucht.
  • Es könnte zum Massentod durch Hunger, Krankheiten und andere Gefahren kommen, warnte Tom Andrews, UN-Sonderberichterstatter.
  • Im Rahmen der Proteste gegen die Machtübernahme des Militärs sind schon über 850 Menschen ums Leben gekommen.
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Bangkok. Tausende Menschen im kleinsten Staat Myanmars sind laut einem UN-Experten vor Bombenangriffen der Militärjunta geflohen und nun von einer möglichen Tragödie bedroht.

In Kayah könnte es zum Massentod durch Hunger, Krankheiten und andere Gefahren kommen, warnte Tom Andrews, UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Myanmar, am Mittwoch auf Twitter.

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Etwa 100.000 Menschen sind vom Zugang zu lebensnotwendigen Gütern abgeschnitten

Andrews erklärte, viele der rund 100.000 Anwohner, die vor Bomben der Junta in Wälder flohen, seien vom Zugang zu Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten abgeschnitten. Er mahnte internationalen Druck auf die Junta an, um ihr die Ressourcen zu nehmen, die sie für die Fortsetzung „dieser brutalen Attacken auf das Volk von Myanmar“ brauche.

Der Staat Kayah, auch bekannt als Karenni, liegt im Osten des Landes an der Grenze zu Thailand, Schätzungen zufolge leben dort 350.000 bis 400.000 Menschen.

Das UN-Büro in Myanmar warnte, dass die Krise in Kayah Betroffene zur Überquerung internationaler Grenzen treiben könnte, um sich in Sicherheit zu bringen. So sei es in anderen Landesteilen bereits geschehen. Im März und April flohen südlich von Kayah lebende Dorfbewohner von der Minderheit der Karen nach Thailand, als das myanmarische Militär angriff.

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Anfang Februar putschte sich die Militärjunta an die Macht

Anfang Februar hatte die Junta die gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi von der Macht verdrängt. Gegen die Herrschaft des Militärs regte sich bald breiter Widerstand, der zunächst von friedlichen Protesten getragen wurde.

Nachdem Soldaten und die Polizei tödliche Gewalt einsetzten, um Demonstrationen niederzuschlagen, formierte sich ein bewaffneter Aufstand in Städten und auf dem Land.

Nach Angaben des myanmarischen Unterstützungsverbands für politische Gefangene wurden mehr als 850 Protestierende und Unbeteiligte beim Vorgehen der Junta getötet - laut der Militärführung waren es ein Drittel weniger Tote.

RND/AP

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