Bristol: Gestürzte Statue von britischem Sklavenhändler geborgen

  • Bei Protesten in Bristol war am Wochenende das Standbild des britischen Sklavenhändlers Edward Colston ins Wasser geworfen worden.
  • Nun wurde die Statue aus dem Wasser gefischt und soll ins Museum kommen.
  • Im südenglischen Bournemouth soll vorsorglich das Denkmal des Pfadfinder-Gründers Baden-Powell abgebaut werden.
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London. Das im britischen Bristol vom Sockel gestürzte Denkmal des Sklavenhändlers Edward Colston ist aus dem Wasser gefischt worden. Man habe die Statue am frühen Donnerstagmorgen geborgen, um weitere Proteste zu vermeiden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Das Standbild befinde sich an einen “sicheren Ort” und solle in ein Museum kommen.

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Bei Protesten in Bristol: Sklavenhändler-Statue vom Sockel geholt
1:45 min
Bei Anti-Rassismus-Protesten im englischen Bristol haben Demonstranten die Statue eines Sklavenhändlers von einem Sockel geholt und ins Hafenbecken geworfen.
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Colston lebte von 1636 bis 1721 und machte mit dem Sklavenhandel ein Vermögen, von dem er den größten Teil für wohltätige Zwecke in Großbritannien stiftete. Bei Protesten gegen Rassismus wurde sein Denkmal am Wochenende von Aktivisten gestürzt und ins Wasser geworfen.

Statue von Pfadfinder-Gründer Baden-Powell soll abgebaut werden

Die Aktion belebte die Debatte um andere Denkmäler in Großbritannien, unter anderen das für den Pfadfinder-Gründer Robert Baden-Powell im südenglischen Bournemouth. Es solle abgebaut werden, bevor es zum Ziel von Angriffen werde, erklärten Stadtbeamte.

Baden-Powell (1857 bis 1941) hegte wie viele seiner Zeitgenossen rassistische Ansichten und äußerte sich bewundernd über Adolf Hitler. Die Stadtratsvorsitzende Vikki Slade sagte: “Wir entfernen die Statue, damit wir alle betroffenen Gruppen und Gemeinschaften in eine richtige Debatte über ihre Zukunft einbeziehen können.”

RND/AP

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