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Brexit: London will Freihandelspakt und ist auf Scheitern vorbereitet

  • Am Samstag ist ein Gespräch zwischen Großbritanniens Premierminister Boris Johnson und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen geplant.
  • Ziel der Videokonferenz ist, einen Durchbruch in den Handelsverhandlungen zu erzielen.
  • Bundesaußenminister Maas glaubt trotz des aktuellen Streits zwischen Großbritannien und der EU an einen Deal.
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London/Berlin. Die britische Regierung bereitet sich nach Ansicht von Premierminister Boris Johnson auf jeden möglichen Ausgang der Handelsverhandlungen mit der Europäischen Union vor. Es gebe noch eine Menge zu tun, sagte er am Samstag vor einem geplanten Gespräch mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Großbritannien wolle einen Freihandelspakt mit der EU ähnlich zu dem mit Kanada. Man sei aber auch auf ein Scheitern der Verhandlungen vorbereitet. Das hänge nun vor allem von Großbritanniens “Freunden und Partnern” ab.

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Von der Leyen und Johnson werden eine Videokonferenz halten und versuchen, einen Durchbruch zu erzielen. Bis zum Jahresende gilt noch die Brexit-Übergangsphase, in der das Vereinigte Königreich an die EU-Wirtschaftsregeln gebunden ist.

Streit über Rechte europäischer Fischer

Ob die beiden Seiten bis dahin ein Handelsabkommen finden werden, um Unsicherheit und Zölle abzuwenden, ist unklar. Johnson hat den EU-Gipfel am 15. und 16. Oktober als Frist genannt, bis wann sich auf ein Abkommen geeinigt werden muss, um es bis zum 31. Dezember noch durch die Parlamente zu bringen.

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Streit gibt es unter anderem über die Rechte europäischer Fischer in britischen Gewässern und über das Ausmaß von Staatshilfen, die eine Regierung an die Industrie geben darf. Von der Leyen sagte am Freitag, die größten Streitpunkte seien noch offen. Die EU wolle einen Deal, weil das unter Nachbarn besser sei - “aber nicht um jeden Preis”.

Maas ist zuversichtlich

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Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist trotz des aktuellen Streits zwischen Großbritannien und der EU optimistisch, dass es noch zu einem Handelsabkommen nach dem Brexit kommen wird.

“Auf beiden Seiten gibt es herausragende Interessen für ein Abkommen”, sagte Maas dem Nachrichtenportal t-online. “Für die EU ist ein Handelsabkommen mit Großbritannien wichtig, denn sonst hätte das viele Nachteile für Arbeitnehmer in Deutschland. Aber umgekehrt ist die britische Wirtschaft noch viel stärker auf ein Abkommen angewiesen.”

RND/AP/dpa

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