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CSU-Europapolitiker Weber: „Johnson muss zur Vernunft kommen“

  • Der CSU-Vizechef Manfred Weber sieht Großbritannien nach der US-Präsidentschaftswahl geschwächt.
  • Im Brexit-Streit mit der EU könne London nicht mehr auf Beistand aus dem Weißen Haus hoffen.
  • Der Fraktionschef der Konservativen im EU-Parlament fordert Premier Johnson zur Kompromissbereitschaft auf.
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Nach der Abwahl von US-Präsident Donald Trump rechnet der CSU-Europapolitiker Manfred Weber im Brexit-Streit mit Großbritannien mit Vorteilen für die EU. Der britische Premierminister Boris Johnson habe „einen seiner wichtigsten Verbündeten verloren“, sagte der Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Johnson kann nicht mehr darauf hoffen, dass die USA sich so schnell wie möglich auf ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien einlassen“, so Weber. „Im Gegenteil: Joe Biden will – wie die EU auch – in erster Linie den Frieden auf der irischen Insel erhalten. Das ist ein Vorteil für die EU, weil sie jetzt einen Verbündeten auf der anderen Seite des Atlantiks hat.“

Der Chef der größten Fraktion im Europaparlament forderte: „Johnson muss zur Vernunft kommen und Kompromisse machen. Nur dann kann weiterer Schaden von den Menschen und der Wirtschaft in Großbritannien und in der EU abgewendet werden.“

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Hinter den Kulissen der Londoner Regierungszentrale tobt derweil ein erbitterter Machtkampf zwischen verschiedenen Lagern. Am Freitagabend verließ der einflussreiche britische Regierungsberater Dominic Cummings schwer bepackt den britischen Regierungssitz in London, wie auf Fotos und Videos zu sehen ist. Er werde seinen Posten mit sofortiger Wirkung räumen, berichtete die BBC. Cummings galt als Strippenzieher im Regierungssitz. Er gehörte zu den mächtigen Brexiteers, die seit geraumer Zeit den Ton in der Downing Street angaben.

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Am Montag gehen die Gespräche über einen Brexit-Handelspakt der EU mit Großbritannien weiter. Das Abkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen ab 1. Januar neu regeln. Dann scheidet Großbritannien auch aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus. Ohne Vertrag müssten Zölle erhoben und Warenkontrollen verschärft werden.

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