Brexit-Streit: Aktivistin Gina Miller spricht von Bedrohungen

  • Angesichts des Brexit-Streits klagen Aktivisten und Politiker in Großbritannien zunehmend über Bedrohungen.
  • So auch die Geschäftsfrau und Aktivistin Gina Miller.
  • Sie berichtet von Beschimpfungen auf der Straße.
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London. In Großbritannien klagen Aktivisten und Politiker zunehmend über Drohungen im Zuge des Brexit-Streits. Häufiges Opfer ist nach eigenen Angaben die Geschäftsfrau Gina Miller, die mehrfach erfolgreich gegen die Regierung vor Gericht gezogen war, um die Rechte des Parlaments im Gezerre um den EU-Austritt zu sichern.

Als kürzlich das Oberste Gericht Großbritanniens die von Premierminister Boris Johnson verhängte Zwangspause des Parlament aufgehoben hatte, wurde Miller - die zu den Klägern zählte - nach eigenen Angaben am selben Tag in Gegenwart ihrer zwölfjährigen Tochter auf der Straße beschimpft. Über Drohungen, teils auch gegen ihre Kinder, hatten zuvor auch EU-freundliche Abgeordnete berichtet.

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Oberstes Gericht erklärt Zwangspause für britisches Parlament für "illegal"
1:22 min
Die vom britischen Regierungschef Boris Johnson verfügte Zwangspause des Parlaments ist vom Obersten Gerichtshof des Landes für "illegal" erklärt worden.  © AFP
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"Leute haben ihre Autos angehalten, die Scheiben heruntergefahren, mich 'Verräter' genannt und mir zugerufen 'Da drüben ist ein Laternenpfahl', sagte Miller der Zeitung "The Times" (Montag). Sie bekomme auch Briefe, in denen ihre Kinder als "Mischlinge" beschimpft würden. Die in Südamerika geborene Miller lebt seit ihrer Kindheit in Großbritannien. Sie hat außer ihrer zwölfjährigen Tochter noch einen 14-jährigen Sohn sowie eine erwachsene Tochter aus erster Ehe.

Miller hatte bereits 2017 mit einer Klage beim Obersten Gericht erreicht, dass das Parlament beim Brexit stärker einbezogen wird. Schon damals hatte sie Drohungen in sozialen Medien erhalten.

Johnson wurde kürzlich von Abgeordneten kritisiert, dass er durch seine Kriegsrhetorik die angespannte Situation im Land noch anheize. Der Premier zeigte sich von der Kritik an seiner Wortwahl jedoch unbeeindruckt. Würde man Wörter wie "Kapitulation" aus dem politischen Diskurs verbannen, drohe die Sprache zu verarmen.

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RND/dpa