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Brexit-Partei will nun doch nicht gegen Johnsons Tories antreten

  • Großbritanniens verbissenster EU-Gegner Nigel Farage vollzieht eine Kehrtwende und will damit Boris Johnson zu einer Mehrheit für den EU-Austritt verhelfen.
  • Er stelle damit die Interessen Großbritanniens über die seiner Partei, sagt Farage.
  • Labour-Chef Corbyn spricht von einer «Trump-Allianz» auf der Insel.
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London. Die Brexit-Partei des EU-Gegners Nigel Farage will bei der Parlamentswahl am 12. Dezember nicht mehr in Wahlkreisen antreten, die bisher von der Konservativen Partei gehalten werden. Farage erklärte die Abkehr von seiner bisherigen Haltung damit, dass so ein Parlament ohne absolute Mehrheit verhindert und der schnellstmögliche EU-Austritt erreicht werden solle. Damit stützte er den konservativen Premierminister Boris Johnson, der vergangene Woche ein Zusammengehen mit Farage abgelehnt hatte.

Die Brexit-Partei, die bei der Europawahl im Mai praktisch aus dem Stand zur stärksten britischen Partei avancierte, stelle damit die Interessen Großbritanniens über ihre Parteiinteressen, sagte Farage. In keinem der bei der letzten Unterhauswahl von den Tories gewonnenen 317 Wahlkreisen werde seine Partei einen Kandidaten aufstellen. Die Parlamentskammer hat 650 Sitze, die alle in Direktwahl besetzt werden.

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"Wenn wir 600 Kandidaten aufstellen, wird es ein Parlament ohne Mehrheit geben", sagte Farage. Womöglich käme die Labour-Partei an die Regierung, die ein zweites Referendum zur EU-Mitgliedschaft verspricht. "Ich denke, die heutige Bekanntgabe verhindert ein zweites Referendum", fügte er hinzu. Das sei für ihn jetzt das Wichtigste.

Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach von einer "Trump-Allianz". Farage erfülle einen Wunsch von US-Präsident Donald Trump, der den Chef der Brexit-Partei und Johnson öffentlich zu einer gemeinsamen Brexit-Front aufgefordert habe. "Vor einer Woche sagte Donald Trump Farage, er solle einen Pakt mit Boris Johnson machen", sagte Corbyn. "Heute wurde Trumps Wunsch erfüllt."

RND/AP/cle