• Startseite
  • Politik
  • Brexit-Gespräche mit Großbritannien: Barley zeigt sich “pessimistisch”

EU-Gespräche mit Großbritannien: Barley zeigt sich “pessimistisch”

  • Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, ist vor der nächsten Runde der EU-Verhandlungen mit Großbritannien wenig zuversichtlich.
  • Die SPD-Politikerin wirft den Briten vor, sich nicht an das vereinbarte Übergangsabkommen zu halten.
  • Einseitigen Vorteilen für das Vereinigte Königreich erteilt sie eine Absage.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Vor der nächsten Runde der Verhandlungen der EU mit Großbritannien über ihre Beziehungen nach dem Brexit ist die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments “pessimistisch” gestimmt.

“Das Misstrauen ist inzwischen groß. Die Briten halten sich ja zum Beispiel an dieses Übergangsabkommen auch nicht”, sagte Katarina Barley (SPD) am Montag dem RBB-Inforadio. Die Verhandlungen gingen nicht voran. Während die EU ein großes Abkommen wolle, wollten die Briten viele kleine.

Übergangsfrist kann bis Ende Juni verlängert werden

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Einseitigen Vorteilen für Großbritannien erteilte sie eine Absage. “Man kann nicht Zugang zum Binnenmarkt haben und gleichzeitig bei Fragen von Arbeitsschutz, Verbraucherschutz, Umweltschutz dann die europäischen Standards unterbieten und sich so einen Vorteil verschaffen. Das wird auf keinen Fall funktionieren.”

Video
RND-Videoschalte: "Der Brexit ist ein grober historischer Fehler"
11:51 min
Die Corona-Krise erschwert die Brexit-Verhandlungen zusätzlich, sagt David McAllister, Brexit-Beauftragter des Europa-Parlaments im Gespräch mit Damir Fras.

Bis Ende Juni könnten beide Seiten im Einvernehmen die Übergangsfrist verlängern. Barley glaube nicht daran, halte es allerdings auch nicht für ausgeschlossen. “Dass er zu Wendungen fähig ist, hat Boris Johnson ja schon öfter unter Beweis gestellt.”

Knallharte Verhandlungen mit den USA

Anzeige

In Sachen Freihandelsabkommen der Briten mit den USA geht sie von knallharten Verhandlungen aus, da sich die USA wegen der Corona-Krise wirtschaftlich in “schwierigem Fahrwasser” befinde.

Großbritannien hatte die EU Ende Januar verlassen. In einer Übergangsphase bis zum Jahresende ist das Land aber noch Teil des Europäischen Binnenmarkts und der Zollunion. Die künftigen Wirtschaftsbeziehungen sollen in einem Abkommen rechtzeitig geregelt werden.

Anzeige

Andernfalls drohen Zölle, strikte Warenkontrollen und weitere Erschwernisse für die Wirtschaft.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen