Brexit: Zoll beschlagnahmt Schinkenbrote von Lkw-Fahrern

  • Aufgrund der Brexit-Handelsregeln dürfen tierische Lebensmittel nicht mehr nach Großbritannien ausgeführt werden.
  • Das betrifft auch die Lebensmittelboxen vieler Lkw-Fahrer.
  • Der erste Proviant wurde nun beschlagnahmt.
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Hoek van Holland. Von den neuen Brexit-Handelsregeln sind selbst die Schinkenbrote vieler Lkw-Fahrer betroffen. Bittere Erfahrung für die Fahrer an der Fähre in Holland: BBC zeigte am Dienstag niederländische TV-Aufnahmen, bei denen der Zoll den Proviant der Fahrer kontrolliert. Die Zollbeamten in Hoek van Holland erklären in der Reportage des Senders NPO1 den Fahrern, dass sie tierische Lebensmittel nicht mehr nach Großbritannien ausführen dürfen.

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Großbritannien vollzieht Brexit
1:29 min
Nach 48 Jahren gehört das Land nun nicht mehr dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion an.  © Reuters

„Alles wird beschlagnahmt“

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Als die Zollbeamten den Proviant eines Fahrers sehen, fragen sie: „Ist da überall Aufschnitt drauf?“ Der nickt, und alle in Alufolie eingepackten Brote werden kassiert. „Kann ich den Schinken nicht herunter nehmen und wenigstens das Brot behalten?“, versucht der Fahrer noch zu verhandeln. Ohne Erfolg. „Nein, alles wird beschlagnahmt“, sagt der Beamte im Hafen von Hoek van Holland bei Rotterdam. „Willkommen beim Brexit, tut mir leid.“ Der Fahrer nahm es mit Humor.

Der Brexit sorgt in Großbritannien für einen großen Bürokratieaufwand. Als Folge bleibt so manches Regal im Supermarkt leer. Spediteure klagen über lange Lastwagenstaus an den Grenzen, seit die Übergangsfrist am 31. Dezember 2020 verstrichen und Großbritanniens Austritt aus der EU auch wirtschaftlich vollzogen ist. Britische Unternehmerverbände fordern bereits Nachverhandlungen mit der Europäischen Union.

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Britische Behörden hatten gewarnt

Schon im Dezember hatten die britischen Behörden genau vor diesen Aussichten an den Grenzen gewarnt. „Gott helfe dem armen Zollbeamten, der die Lebensmittelbox eines Fahrers wegwirft. Es würde mich nicht wundern, wenn es Faustschläge gibt, wenn sie es versuchen“, hatte Spediteur Simon Wilkinson der Zeitung „The Guardian“ gesagt. „Wenn Fahrer nach Europa fahren, nehmen sie Sachen für Tage und Wochen mit.“

RND/dpa

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