Bremer Lürssen-Gruppe kauft „Gorch Fock“-Werft in Elsfleth

  • Die Lürssen-Gruppe übernimmt die insolvente „Gorch Fock“-Werft in Elsfleth, der Kaufvertrag wurde am Wochenende unterzeichnet.
  • Damit sind die Bremer künftig für die Sanierung des Segelschulschiffes der Marine verantwortlich.
  • Zustimmen muss nur noch der Gläubigerausschuss.
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Berlin. Die Bremer Lürssen-Werft hat die insolvente Elsflether Werft, die das Marineschulschiff „Gorch Fock“ saniert, gekauft. Insolvenzverwalter Tobias Brinkmann und die Lürssen-Werft unterzeichneten am Wochenende einen entsprechenden Kaufvertrag. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Kreisen des Gläubigerausschusses.

Brinkmann will noch am Montagmorgen die Belegschaft in Elsfleth über Details des Kaufvertrages informieren. Nach RND-Informationen verpflichtet sich Lürssen, sämtliche der rund 130 Mitarbeiter des Schiffsbaubetriebes an der Unterweser zu übernehmen. Der Kaufpreis liegt bei netto 3,57 Millionen Euro. Hinzu kommen 800.000 Euro für die bisher am Rumpf der „Gorch Fock“ erfolgten Sanierungsarbeiten. Die noch notwendige Zustimmung des Gläubigerausschusses gilt als Formsache.

Lürssen will „Gorch Fock“ bis 2020 generalüberholen

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Die Lürssen-Gruppe aus Bremen-Vegesack hatte die Übernahme prüfen lassen, weil sie mit bislang sieben Werften in Deutschland eine starke Stellung hat und viele große Schiffe für die Bundeswehr baut. Sie hat sich verpflichtet, den Dreimastsegler bis Herbst 2020 generalzuüberholen und an die Marine zu übergeben.

Die Marine bildet auf dem Dreimastsegler ihre Offiziersanwärter aus. Die Kosten der Sanierung haben sich von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro erhöht, für die der Steuerzahler geradestehen muss. Das Debakel hatte auch die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Schwierigkeiten gebracht.

Fassmer-Werft geht leer aus

Derzeit wird auf der Fassmer-Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) an der „Gorch Fock“ gearbeitet. Auch sie hatte auf die Elsflether Werft geboten. Nach dem Zuschlag für den Konkurrenten wird aber erwartet, dass die Bark in den nächsten Tagen die kurze Strecke über die Unterweser zu Lürssen geschleppt wird.

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Die Elsflether Werft brauchte dringend einen Investor, um ihre etwa 130 Arbeitsplätze zu sichern und Schulden zu bedienen. Die Werft war durch das Großprojekt „Gorch Fock“ in Schieflage geraten. Im Februar hatte sie wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Die Eigenverwaltung und die Justiz suchen nach mehreren Millionen Euro, die unter der alten Werftführung verschwunden sind. Die Ex-Vorstände erklären, das Geld sei in aussichtsreiche Nebengeschäfte investiert worden.

Gewerkschaft begrüßt Verkauf an Lürssen

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Die IG Metall Küste hat den Verkauf der Elsflether Werft an die Bremer Lürssen-Gruppe begrüßt. „Mit dem Verkauf geht für die Beschäftigten eine monatelange Hängepartie zu Ende. Alle 130 Beschäftigten werden von Lürssen übernommen. Der Standort und das Know-how der Kolleginnen und Kollegen bleiben erhalten“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, dem RND. „Das sind wichtige Voraussetzungen, um die Instandsetzung des Segelschulschiffs ,Gorch Fock' und die damit verbundene Misere zu beenden. Parallel geht es darum, eine langfristige Perspektive für den Standort zu entwickeln.“