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Barmer-Studie: Die meisten Alkohol­abhängigen leben in Bremen und MV

Eine Flasche Alkohol liegt vor einem Mann auf einem Tisch

Im vergangenen Jahr diagnostizierten Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern bei 21 und in Bremen sogar bei 22 je 1000 Personen eine Alkohol­abhängigkeit.

Berlin.In Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es deutlich mehr alkoholkranke Menschen als im Bundes­schnitt. Das geht aus einer Auswertung des Instituts für Gesundheits­system­forschung der Barmer Kranken­kasse hervor, die dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach diagnostizierten Ärztinnen und Ärzte im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern bei 21 und in Bremen sogar bei 22 je 1000 Personen eine Alkohol­abhängigkeit. Der Anteil ist damit über 50 Prozent höher als der Bundesschnitt, der bei 14 Alkoholkranken je 1000 Personen liegt.

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Auffällig ist, dass die Rate der Alkoholkranken in allen ostdeutschen Ländern vergleichsweise hoch ist. So sind in Sachsen 19 je 1000 Personen betroffen, in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen je 17 auf 1000. Spitzenreiter im Westen sind neben Bremen auch Hamburg (18 je 1000) und Schleswig-Holstein (17 je 1000). Es folgen Niedersachen (14), Bayern (13) sowie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und das Saarland mit je zwölf pro 1000 Personen. Den geringsten Anteil an Alkohol­kranken gab es in Rheinland-Pfalz mit elf je 1000 Personen.

Auch sozio-demo­graphische Faktoren spielen eine Rolle

„Die massiven regionalen Unterschiede bei der Alkohol­abhängigkeit sind rein medizinisch nicht erklärbar. Hier dürften auch sozio­demo­graphische Faktoren eine Rolle spielen“, sagt die leitenden Barmer-Medizinerin Ursula Marschall dem RND.

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Wie aus der Barmer-Auswertung weiter hervorgeht, waren im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt 820.000 Männer und 329.000 Frauen erwiesener­maßen alkohol­abhängig. Dabei sind vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte betroffen gewesen. So waren unter den 55- bis 60-jährigen Männern zuletzt rund 131.000 alkoholabhängig und knapp 51.000 Frauen in derselben Altersgruppe.

„Alkoholismus manifestiert sich in der Regel über viele Jahre und kommt vor allem in der Generation der Babyboomer der 50er- und 60er-Jahre vor“, betonte Marschall. Damals habe Alkohol einen anderen Stellenwert gehabt. Heute stünden in der Gesellschaft dagegen die Risiken viel stärker im Vordergrund.

Gleichwohl sei die Zahl der Menschen mit der Diagnose Alkohol­abhängigkeit in den vergangenen fünf Jahren von 1,09 auf 1,15 Millionen Betroffene gestiegen, wobei es vom Jahr 2019 auf 2020 einen minimalen Rückgang gegeben habe. Dieser lasse sich mutmaßlich auf die Corona-Pandemie zurückführen und die Tatsache, dass weniger Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hätten. Dadurch seien einige Fälle auch unentdeckt geblieben, betonte die Barmer-Medizinerin.

RND

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