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  • Braucht es eine Debatte über neue Corona-Beschränkungen? Warum die Politik dem Virus immer nur hinterherhechelt

Die Politik hechelt dem Virus immer nur hinterher

  • Gesundheitsminister Spahn sieht mit Unbehagen, dass sich Menschen oft bei privaten Feiern anstecken
  • Er fordert richtigerweise eine Debatte über neue Beschränkungen.
  • Unser Kommentator Tim Szent-Ivanyi vermisst jedoch eine abgestimmte, vorausschauende und gut erklärte Politik.
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Berlin. Der Schriftsteller Bertolt Brecht schrieb einst von den Mühen der Ebene, die sogar anstrengender sein können als die der Berge. Wer geglaubt hat, nach der Vollbremsung im Frühjahr sei es ein Kinderspiel, die Corona-Pandemie in Schach zu halten, muss den Irrtum spätestens jetzt erkennen: Die Neuinfektionen steigen kontinuierlich, gleichzeitig sinkt die Zahl der Landkreise, in denen es gar keinen Corona-Fall gibt.

Das Virus sickert also überall ein. Gleichzeitig sind in der Bevölkerung zunehmend Ermüdungserscheinungen bei der Einhaltung von Hygienevorschriften zu sehen. Damit steigt die Gefahr, dass das Ausbruchsgeschehen wieder unkontrollierbar wird.

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Spahn fordert zur Einhaltung der Corona-Regeln auf
0:53 min
Viele Ansteckungen erfolgen derzeit offenbar bei Feiern und in geselliger Atmosphäre.  © Reuters
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Epidemiologen warnen schon seit geraumer Zeit, dass es insbesondere die Superspreader-Ereignisse sein können, die uns am Ende das Genick brechen, also zum Beispiel größere Geburtstagspartys oder Hochzeiten. Gesundheitsminister Jens Spahn ist daher auf dem richtigen Weg, wenn er nun eine Debatte über eine Beschränkung der Teilnehmerzahlen eröffnet und das mit der zugespitzten Fragestellung begleitet, was der Gesellschaft wichtiger sei – eine private Hochzeitsfeier mit 300 Gästen oder die Aufrechterhaltung eines normalen Schul- und Kita-Betriebs.

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Die Antwort sollte klar sein. Auch wenn sich neue Beschränkungen nicht immer kontrollieren lassen, so kann davon aber ein Signal ausgehen: Was ihr da macht, ist ein Spiel mit dem Feuer! Es ist noch nicht vorbei! Wie schon bei der Testpflicht für Reiserückkehrer, die viel zu spät kam, stellt sich aber auch hier die Frage, warum die Politik nach immerhin sechs Monaten Pandemie weiterhin völlig planlos agiert und dem Infektionsgeschehen damit immer nur hinterherhechelt, statt früh genug einzugreifen.

Je schneller jetzt gehandelt wird, desto kleiner sind die nötigen Eingriffe und Beschränkungen.

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