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Brasilien: Entlassener Ex-Chef der Bundespolizei belastet Bolsonaro

  • Gegen Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro läuft ein Verfahren wegen möglicher politischer Einflussnahme auf die Polizei.
  • Nun bestätigt der frühere Bundespolizei-Chef den Vorwurf gegen den Präsidenten.
  • Ein Video könnte den Präsidenten zusätzlich belasten.
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Curitiba. Der ehemalige Chef der Bundespolizei, Mauricio Valeixo, hat den Vorwurf der politischen Einflussnahme auf die Polizei durch den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro bestätigt. Bolsonaro habe auf dem Posten jemanden gewollt, der ihm näher steht, sagte Valeixo nach Informationen des brasilianischen Fernsehens im Verfahren gegen den Präsidenten in der südbrasilianischen Stadt Curitiba am Montag. Der ehemalige brasilianische Justizminister Sergio Moro hatte die Anschuldigungen gegen Bolsonaro erhoben, als er seinen Rücktritt erklärte.

Bolsonaro hatte zuvor Bundespolizei-Chef Valeixo, einen engen Vertrauten Moros, entlassen. Er nominierte Alexandre Ramagem, einen Freund der Familie, als Nachfolger. Berichten zufolge war die Polizei dabei, zwei politisch aktive Söhne des rechten Präsidenten zu belasten. Ramagem war Sicherheitschef Bolsonaros während des Wahlkampfs und freundete sich mit dem Bolsonaro-Clan an, besonders mit einem der beiden Söhne. Nachdem ein Richter des Obersten Gerichts die Nominierung Ramagens untersagt hatte, zog Bolsonaro diese zurück.

Nach der Kontroverse ernannte er Rolando de Souza, der seinem ursprünglichen Wunschkandidaten nahesteht. In einer seiner ersten Amtshandlungen tauschte de Souza den Direktor der Bundespolizei in Rio de Janeiro aus, wo die Familie Bolsonaro wohnt. Außer Valeixo sollen in dieser Woche fast ein Dutzend weitere Personen angehört werden. Mit Spannung wird der Inhalt des Videos von einem Treffen erwartet, in dem Bolsonaro nach Aussage Moros die Personalwechsel und Einsicht in geheime Berichte gefordert haben soll.

RND/dpa

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