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Protest im Reptilienkostüm: Brasilianer setzen kreativ Zeichen gegen Corona-Politik von Bolsonaro

  • In Brasilien verkleiden sich Kritikerinnen und Kritiker von Präsident Jair Bolsonaro bei ihren Impfterminen als Reptilien.
  • Mit der Aktion wollen sie ein Zeichen gegen seine Corona-Politik mit Tausenden Toten setzen.
  • Die Idee lieferte ihnen Bolsonaro selbst.
Alessandra Röder
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Kreative Protestaktion in Brasilien: Als Zeichen gegen die Corona-Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro verkleiden sich seine Kritikerinnen und Kritiker bei ihren Impfterminen als Reptilien. Auf Tiktok ging ein Video des Umwelt­schützers und Influencers Klinger Duarte Rodrigues viral, in dem er zu seiner Corona-Impfung in einem Schlangen­kostüm erscheint. 6,5 Millionen Mal wurde es bisher aufgerufen.

An dem Kostüm hatte Rodrigues ein Schild befestigt, auf dem er die Amts­enthebung des brasilianischen Präsidenten forderte. „Wenn die Regierung schneller mit der Beschaffung von Impfstoffen gewesen wäre, wären viele Menschen noch bei uns“, sagte Rodrigues gegenüber dem „Guardian“. Er selbst hat seinen Schwager durch das Virus verloren.

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Zahlreiche Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind im Zuge der Pandemie fast 550.000 Menschen gestorben - mehr Tote gibt es nur in den USA. Mehrmals sind bei Massen­protesten Zehn­tausende gegen die Corona-Politik Bolsonaros auf die Straße gegangen. Ihm wird vorgeworfen, die Corona-Krise in dem Land massiv verschlimmert zu haben. Immer wieder hatte er die Gefahren des Virus öffentlich heruntergespielt und den Nutzen der Impfungen infrage gestellt.

Vor Kurzem hatte ein parlamentarischer Untersuchungs­aus­schuss heraus­gefunden, dass Bolsonaro Mitte 2020 mehrere Angebote von Biontech über Millionen von Impfdosen ignorierte. Zudem hatte der Präsident sarkastisch behauptet, dass die Impfung mit Biontech die Empfänger in Alligatoren verwandeln könne.

Auch am Samstag sind erneut Tausende Brasilianer gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen den rechten Staatschef, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal „G1“ berichtete. Zu Protesten kam es in mindestens 13 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, Recife und Salvador.

Als Reaktion auf diese Aussage verkleiden sich seine Kritikerinnen und Kritiker nun als Reptilien. Die meisten kommen tatsächlich als Jacaré: ein schuppiger Alligator, der in mehreren Teilen Brasiliens heimisch ist. Andere verkleiden sich als Anakonda.

Fast alle berichten, dass sie ein Familien­mitglied oder Freunde durch das Coronavirus verloren haben. Mit diesem reptilischen Widerstand können sie ihrem Frust Ausdruck verleihen – und dabei vielleicht trotz allem auch ein bisschen Spaß haben.

Brasilien gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Bislang haben sich fast 20 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Jeden Tag kommen im Durchschnitt etwa 50 000 Neuinfektionen hinzu. Aufgrund Zehntausender Nachmeldungen registrierte das Gesundheitsministerium innerhalb eines Tages jüngst sogar mehr als 100 000 Infektionen.

mit Informationen der dpa

RND

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