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Bericht: Flüchtlinge im bosnischen Lager schlafen bei minus 15 Grad im Freien

  • Im bosnischen Flüchtlingslager Lipa herrschen bei eisiger Kälte schreckliche Zustände.
  • Laut einem EU-Bericht schlafen rund 1900 Menschen im Freien, einige von ihnen mit Corona-Symptomen.
  • Die EU gibt bosnischen Behörden die Schuld für die Misere.
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Brüssel. Im bosnischen Flüchtlingslager Lipa oder in der Umgebung müssen laut einem EU-Bericht rund 1900 Menschen bei bis zu minus 15 Grad Celsius im Freien schlafen, wie die Zeitung „Welt“ am Freitag meldete. Einige Migranten wiesen laut dem Bericht Corona-Symptome auf, heiße es in dem internen EU-Papier weiter, das laut der Zeitung vor wenigen Tagen erschienen ist.

Die EU kritisiert die Zustände rund um das Lager des EU-Beitrittskandidaten Bosnien-Herzegowina schon seit Längerem und auch öffentlich. Der Bericht liefert Einzelheiten.

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Geflüchtete in Bosnien harren bei Minusgraden aus
1:53 min
Peter Van der Auweraert, Leiter der UN-Organisation für Migration in Bosnien-Herzegowina, beschreibt die Lage von Hunderten Migranten an der Grenze zu Kroatien.  © Reuters
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So werde festgestellt, dass sich die inzwischen von der bosnischen Armee zur Verfügung gestellten 20 beheizten Zelte häufig in einem mangelhaften Zustand befänden. „Unglücklicherweise sind nicht alle Zelte in einem perfekten Zustand, und die Migranten beklagen, dass Wasser durch Löcher eindringt und die Luft verschmutzt ist, weil die Heizsysteme mit Kraftstoff angetrieben werden und keine Ventilatoren vorhanden sind“, zitiert „Welt“. Es habe ein Hungerstreik von Migranten stattgefunden, der am 5. Januar beendet worden sei.

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Die EU gibt in ihrem Bericht den bosnischen Behörden die Schuld. Sie seien „nicht dem Rat und den Bewertungen der EU, von internationalen Partnern und anderen Organisationen gefolgt“, obwohl die Union Bosnien-Herzegowina alle nötigen Finanzen bereitgestellt habe.

Die Grünen-Fraktionschefin im Europaparlament, Ska Keller, sieht dagegen eine Mitverantwortung der EU. Die in Bosnien gestrandeten Flüchtlinge, „wurden oft unter Gewaltanwendung und illegal aus Kroatien zurückgedrängt“, sagte Keller der „Welt“.

RND/epd

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