Boris Pistorius und Petra Köpping kandidieren für SPD-Vorsitz

  • Zwei neue Kandidaten für den SPD-Vorsitz. Pistorius und Köpping bewerben sich.
  • Zuletzt hatten unter anderen Gesine Schwan und Ralf Stegner Ambitionen gezeigt.
  • Der SPD-Vorsitz ist nach dem Rücktritt von Andrea Nahles vakant.
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In der SPD gibt es ein weiteres Bewerberpaar für den Parteivorsitz. Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping haben intern ihre Kandidatur angekündigt. Eine entsprechende Meldung des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ bestätigten Parteikreise der SPD dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Ich freue mich auf die Kandidatur", sagte Pistorius sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Am Sonntag wollen er und Köpping mit einer Pressekonferenz ihre Kandidatur offiziell starten.

Der 59-jährige Pistorius ist seit 2013 Ressortchef in Hannover und gilt als einer der profiliertesten Innenpolitiker der SPD. Im Bundestagswahlkampf 2017 absolvierte der frühere Oberbürgermeister von Osnabrück mehrere Auftritte an der Seite des damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz.

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Die 61 Jahre alte Köpping ist in Dresden seit 2014 Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Vor allem Pistorius hebt sich von den bisherigen Bewerbern ab, die überwiegend auf dem linken Flügel der SPD verortet sind.

Offiziell ihre Bewerbung erklären wollen an diesem Freitag auch Gesine Schwan und Ralf Stegner. Das Interesse der Vorsitzenden der SPD-Grundwertekommission und des stellvertretenden Parteivorsitzenden war bereits vorab bekanntgeworden. Mit Stegner will der erste Vertreter der Parteispitze kandidieren.

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Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius haben intern ihre Kandidatur angekündigt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" darüber berichtet.  @ Quelle: Robert Michael/zb/dpa

Warten auf die Schwergewichte

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In den vergangenen Tagen hatten sich viele in und außerhalb der SPD immer drängender die Frage gestellt, ob sich auch Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten für den Parteivorsitz bewerben werden. Dies ist bisher nicht der Fall. Baden-Württembergs SPD-Chef Andreas Stoch hatte der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt, er erwarte, „dass auch Leute, die in der ersten Reihe der Partei stehen, Farbe bekennen“. Die Kandidatur von Schwan und Stegner genüge ihm da nicht.

Um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich bisher unter anderem mehrere Zweierteams beworben: Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann, die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie die Oberbürgermeister Flensburgs und Bautzens, Simone Lange und Alexander Ahrens. Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

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Mit Franziska Giffey nahm sich am Donnerstag eine parteiinterne Hoffnungsträgerin selbst aus dem Rennen. Giffeys Dissertation wird derzeit wegen Plagiatverdachts überprüft, sie muss um ihren Doktortitel bangen.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

RND/dpa/ani