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Skandale um den britischen Premier: Johnsons Tage sind gezählt

Ständig neue Vorwürfe gegen den britischen Premierminister Boris Johnson werden ihn wohl nun sein Amt kosten, findet Susanne Ebner.

London. Die Liste der Verfehlungen, mit denen Boris Johnson die Tories in den letzten Monaten in eine tiefe Krise getrieben hat, ist lang. Angefangen von dem Versuch, den konservativen Abgeordneten Owen Paterson vor einer Strafe wegen Korruptionsvorwürfen zu bewahren, über mehr als ein Dutzend Partys in der Downing Street und weiteren Ministerien während des Lockdowns bis zu den völlig ungerechtfertigten und noch dazu geschmacklosen Vorwürfen an den Labour-Chef Keir Starmer diese Woche im Parlament.

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Dass Johnson den Bogen insbesondere mit seiner Attacke in Richtung Starmer endgültig überspannt hat, zeigt sich daran, dass nun eine langjährige Beraterin und überdies eine der engsten Wegbegleiterinnen des Premiers ihren Hut nahm.

Das ist nicht nur für ihn persönlich ein herber Verlust, sondern auch ein Abgang mit Signalwirkung. Denn wenn einer geht, geht der Rest der Truppe meist kurze Zeit später ebenfalls. Ein Effekt, den man ironischerweise von Partys kennt.

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So gesehen ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Johnsons Tage gezählt sind. Wann genau dies passiert, steht jedoch nach wie vor in den Sternen. Denn schließlich weiß man nicht, wie viele Abgeordnete ihm bereits das Misstrauen ausgesprochen haben und es in den kommenden Tagen und Wochen vielleicht noch tun werden.

In anderen Worten: Den richtig großen Knall gibt es womöglich erst, wenn die kritische Schwelle von 54 Briefen erreicht ist, die für das Votum gegen Johnson nötig sind.

Doch eines steht jetzt schon fest: Achtung und Anerkennung hat der Premierminister bei der Mehrheit der Minister und Abgeordneten, nach allem was er sich geleistet hat, längst verloren. Viele warten wohl nur noch schlicht auf den richtigen Moment, um ihn zu ersetzen – und natürlich auf den richtigen Nachfolger. Doch sie sollten nicht zu lange warten – der Partei zuliebe, aber vor allem aus Respekt vor den Britinnen und Briten, die einen besseren Premier verdient haben.

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