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Johnson rät Briten: Nachbarn in Corona-Zeiten nur bei wilden Partys anzeigen

  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Bürgern seines Landes geraten, ihre Nachbarn anzuzeigen, sollten diese trotz Corona-Regeln ausschweifende Partys feiern.
  • Lieber wäre Johnson jedoch, die Menschen würden einander direkt auf Verstöße hinweisen.
  • In England wurden wegen des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen strengere Kontaktbeschränkungen verhängt.
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London . Die Briten sollten aus Sicht ihres Premiers Boris Johnson ihre Nachbarn nur bei ausschweifenden Partys wegen Missachtung von Corona-Regeln anzeigen. “Ich selbst war nie ein Fan von Schnüffeleien”, sagte Johnson der Zeitung “The Sun” (Donnerstag). Die Menschen sollten ihre Nachbarn lieber direkt auf solche Verstöße hinweisen. Weil die Zahl der Corona-Infektionen rapide ansteigt, gelten erneut strengere Regeln: So dürfen sich in England seit dieser Woche nur noch sechs Menschen miteinander treffen.

Innenministerin Patel würde Nachbarn bei Corona-Verstoß anzeigen

"Wenn eine riesige "Animal House"-Party stattfindet, mit Whirlpools und so, und das eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit ist, dann sollten die Behörden davon wissen", sagte Johnson in Anspielung auf die College-Party-Komödie "Animal House" aus den 70er Jahren.

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Innenministerin Priti Patel hatte zuvor in einem Interview dem Sender BBC gesagt, sie würde im Zweifelsfall ihre Nachbarn anzeigen. Selbst zwei vierköpfige Familien, die sich auf der Straße unterhielten, seien ein Verstoß gegen die geltende "Rule of Six" (deutsch: "Sechserregel").

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Johnson war selbst an Corona erkrankt

Johnson selbst war im April an Covid-19 erkrankt und musste drei Tage auf der Intensivstation behandelt werden. Auch Johnsons schwangere Frau hatte sich infiziert, aber nur leichte Symptome entwickelt. Zum Zeitpunkt seiner Infizierung mit dem Coronavirus gab es in Großbritannien heftige Kritik am Krisenmanagement der Regierung. So wurde in britischen Kliniken etwa Schutzausrüstung knapp, zudem mangelte es an Personal, Beatmungsgeräten und Corona-Tests.

RND/dpa/pf

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