• Startseite
  • Politik
  • Bonuszahlungen in Corona-Krise: Arbeitnehmer sollen bis zu 1500 Euro steuerfrei erhalten - Klingbeil fordert bessere Bezahlung

Klingbeil fordert bessere Bezahlung für “Helden der Corona-Krise”

  • Die Bundesregierung hat angekündigt, Bonuszahlungen für Arbeitnehmer in der Corona-Krise bis zu 1500 Euro steuerfrei zu stellen.
  • Ein richtiger Schritt, findet SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, aber nicht genug.
  • Der Sozialdemokrat will auch über die Gehälter der Alltagshelden reden – und zwar ganz unabhängig von der aktuellen Krise.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Bonuszahlungen für Arbeitnehmer in der Corona-Krise sollen bis 1500 Euro steuerfrei gestellt werden. Das kündigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Sonntag in einem Statement an seinem Wohnort in Potsdam an. “Viele Menschen arbeiten in diesen Tagen sehr, sehr hart. Sie leisten Großartiges, damit unser Gesundheitssystem funktioniert oder damit wir täglich einkaufen können”, sagte der Finanzminister. Es gehe um ein Zeichen der Anerkennung für diese Arbeitnehmer. Die Steuerfreiheit bis zu einer Grenze von 1500 Euro sei das, was er nun schnell und ohne eigene Gesetzgebung umsetzen könne, sagte Scholz.

„Es sind die Menschen an den Supermarktkassen, in den Pflegeeinrichtungen, in der Kita-Notbetreuung, in den Bussen und LKW, die gerade in der Corona-Krise unser Land am Laufen halten. Diese Alltagshelden haben mehr als warme Worte der Dankbarkeit verdient“, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Ankündigung des Finanzministers sei deshalb “ein erster wichtiger Schritt”, so Klingbeil weiter. “Das unterstützt die Corona-Leistungsträger kurzfristig und zeigt, dass der Staat an ihrer Seite steht.”

+++ Aktuelle Corona-Meldungen: Hier geht’s zum Corona-Liveblog +++

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Grundsätzlich allerdings müsste der Gesellschaft die Arbeit in Supermärkten, Pflegeheimen oder beim Transport lebenswichtiger Waren mehr wert sein, betonte der SPD-Generalsekretär. “Diese Berufe sind nicht nur in der Krise systemrelevant, sondern auch danach. Sie verdienen eine bessere Bezahlung.”

Manager sollen sich zurückhalten

Unternehmen wie Rewe, Lidl, Kaufland, Real oder Aldi hatten zuletzt Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter angekündigt – in den meisten Fällen allerdings in deutlich geringerem Umfang als 1500 Euro. Aus steuerlichen Gründen sollten zudem viele der Prämien in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet werden. Mit der nun angekündigten Ausnahmeregelung will die Bundesregierung die Auszahlung von Barprämien auch in klassischen Geringverdienerberufen fördern.

Am anderen Ende der Einkommensskala hingegen erwartet die Politik Zurückhaltung. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bekräftigte am Wochenende noch einmal die entsprechende Forderung. “Mir ist wichtig, dass in Notsituationen auch Vorstände und leitende Angestellte einen Beitrag leisten, insbesondere bei den Bonuszahlungen”, sagte Altmaier im Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FAS). Die konkrete Ausgestaltung werde im Einzelfall besprochen, kündigte Altmaier an. „Wir haben gerade einen Kredit für ein großes Unternehmen der Reisebranche beschlossen und sind entsprechend verfahren“, sagte der Wirtschaftsminister.

Anzeige

Am Freitag hatte der Hannoveraner Reisekonzern Tui bekannt gegeben, die Zusage für einen Überbrückungskredit der staatlichen KfW-Bank in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten zu haben. Tui teilte mit, dass das Unternehmen gemäß der KfW-Bedingungen während der Laufzeit des Darlehens auf Dividendenzahlungen an seine Aktionäre verzichten werde. Bereits zuvor hatte Tui angekündigt, seinen Vorständen ab April ein 30 Prozent niedrigeres Grundgehalt auszuzahlen.

Anzeige
Video
Merkel meldet sich aus Quarantäne: Sehe keinen Grund, die Regeln zu lockern
1:27 min
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einem Podcast bei den Bürgern bedankt und sie zum Durchhalten aufgerufen. Zugleich schickt sie eine Bitte an das Volk.  © Andreas Niesmann/Reuters

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen