Bonpflicht: Kretschmer will Ausnahme für elektronische Kassen

  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will den Streit um die Bonpflicht mit einer Ausnahmeregelung lösen.
  • Elektronische Kassen sollten keine Kassenbons drucken müssen, sagte er dem RND.
  • Seit 1. Januar gilt die Bonpflicht auch für Kleinsteinkäufe, wie zwei Brötchen beim Bäcker.
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Berlin. Im Streit um die Bonpflicht für Verkäufer gibt es einen neuen Kompromissvorschlag des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). „Es gibt elektronische Kassensysteme, in denen alle Ein- und Auszahlungen komplett nachvollziehbar sind. Die sollten von der Bonpflicht ausgenommen werden“, sagte Kretschmer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Da muss sich die Regierung bewegen.“

Die Bonpflicht in ihrer bisherigen Fassung sei „offensichtlich falsch und überzogen“. Die Regierung müsse diesen Fehler eingestehen.

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Wie sehr belastet die Bonpflicht unsere Umwelt?
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Seit Jahresbeginn besteht in Deutschland die Bonpflicht. Die Bon-Gegner kritisieren nicht nur den Bürokratieaufwand, sondern auch die Folgen für unsere Umwelt.  © Daniela Vates/RND
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Seit dem 1. Januar müssen sämtliche Verkäufe mit einem Kassenbon quittiert werden. Darauf hatten sich SPD und Union 2016 geeinigt. Ziel ist es, damit Steuerhinterziehung einzudämmen, die es etwa geben kann, wenn der Verkäufer die Mehrwertsteuer nicht ans Finanzamt abführt.

Nach Protesten unter anderem aus dem Einzelhandel hat die Union mittlerweile schwere Bedenken gegen die Bonpflicht. Das von der SPD geführte Bundesfinanzministerium hat allerdings Änderungswünsche bislang nicht aufgenommen.