Böhmermann scheitert mit seiner SPD-Kandidatur

  • Jan Böhmermann kann nicht für SPD-Vorsitz kandidieren.
  • TV-Satiriker will es erneut versuchen.
  • Vergleich mit dem Amazonas-Regenwald.
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Köln. Die SPD ist Jan Böhmermann noch nicht los: Der Fernsehsatiriker ist zwar nicht als Kandidat um den Vorsitz zugelassen worden, er wolle jetzt aber unbedingt Parteimitglied werden, sagte er in einem am Montagnachmittag veröffentlichten Video.

Für die Kandidatur zum Vorsitz habe es „ganz knapp doch nicht gereicht“, gestand der 38-Jährige ein. Allerdings prüfe er noch die juristische Anfechtbarkeit seiner Nichtzulassung. Kritiker hatten die Ernsthaftigkeit von Böhmermanns Plänen von Beginn an bezweifelt.

„Die SPD und ich sind uns nicht einmal sicher, ob ich in den letzten drei Tagen wenigstens Parteimitglied geworden bin“, sagte er. Für ihn stehe aber fest: Er wolle als SPD-Mitglied im Ortsverein Köthen, Sachsen-Anhalt, aufgenommen werden.

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Aufnahme in die SPD „derzeit unwirksam“

Der Sprecher des SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Martin Krems-Möbbeck, hatte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag zwar bestätigt, dass Böhmermann aufgenommen worden sei, er erklärte aber, dass das formal nicht gehe, weil Böhmermann nicht in Köthen wohne. Es gebe zwar Ausnahmemöglichkeiten, wenn beide Kreisverbände beteiligt seien – nach bisherigem Kenntnisstand seien die zuständigen Sozialdemokraten an Böhmermanns Heimatort Köln aber nicht involviert gewesen. „Deswegen ist die Aufnahme derzeit unwirksam.“ Der SPD-Vorstand in Böhmermanns Heimatstadtteil Köln-Ehrenfeld wollte am Montagabend zusammentreten.

Der Moderator der ZDF-Sendung „Neo Magazin Royale“ hatte am Donnerstag kurzfristig verkündet, dass er Bundesvorsitzender der SPD werden wolle. Die Frist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz ist am Sonntagabend um 18 Uhr abgelaufen. Er hätte die Unterstützung von einem SPD-Bezirk oder fünf Unterbezirken benötigt.

Die „rote Lunge Deutschlands“

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„Die Sozialdemokratie ist das deutsche Amazonasgebiet“, sagte Böhmermann in seinem Video. Sie dürfe Hilfe von außen nicht verweigern. „Wir müssen die rote Lunge Deutschlands retten – ob sie will oder nicht.“

Selbst wenn es jetzt nicht klappen sollte mit der Kandidatur um den SPD-Vorsitz, „schätzungsweise im Frühjahr 2020 wird die SPD einen neuen Parteivorsitzenden, eine neue Doppelspitze suchen und brauchen, dann sind mein Team und ich noch besser vorbereitet und haben einen noch längeren Vorlauf. Dann wird es klappen.“ Weitere Infos zu den 72 Stunden, in denen er sich fieberhaft um die Kandidatur beworben habe, werde es in seiner nächsten Sendung am Donnerstagabend auf „ZDFneo“ geben.

dpa/cb

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