FDP fordert höhere Aufwandsentschädigung für Blutspender

  • Die Zahl der Blutspenden geht in Deutschland zurück.
  • Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch verschärft.
  • Die FDP verlangt ein Gegensteuern, unter anderem durch mehr Geld für die Spender zur Deckung der Unkosten. Die Liberalen nennen auch einen konkreten Betrag.
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Berlin. Angesichts der zunehmenden Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven fordert die FDP, die Höchstgrenze der Aufwandsentschädigung für Spender anzuheben. Die FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), der derzeit übliche Maximalbetrag von 25 Euro gehe auf eine Empfehlung des Arbeitskreises Blut des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dem Jahr 1993 zurück.

“Nach 27 Jahren ist eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung geboten. Unter Berücksichtigung der Preissteigerung wäre heute ein Betrag von 38 Euro angemessen”, sagte Helling-Plahr.

Katrin Helling-Plahr (FDP).
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“Eine Kommerzialisierung der Blut- und Plasmaspende verbietet sich, trotzdem kann niemand erwarten, dass eine Person für die altruistische Blutspende sogar noch Kosten auf sich nimmt”, betonte Helling-Plahr. Deshalb müsse eine Aufwandsentschädigung die entstandenen Kosten kompensieren. Ob aber letztendlich überhaupt eine Aufwandsentschädigung gezahlt werde und in welcher Höhe, solle weiterhin der jeweiligen Spendeeinrichtung überlassen bleiben, stellte die FDP-Politikerin klar.

Spenden gehen zurück

In Deutschland zahlen private Spendedienste, Kliniken oder Pharmafirmen in der Regel eine Aufwandsentschädigung an die Spender. Der Marktführer, die Spendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), verzichten auf eine Geldzahlung, stellen aber einen Imbiss zur Verfügung. Das DRK hatte in den vergangenen Monaten mehrfach vor dramatischen Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven gewarnt, zuletzt Anfang September.

In einem Forderungskatalog der FDP-Bundestagsfraktion für Reformen bei Blut- und Blutplasmaspenden, das dem RND vorliegt, heißt es, es werde mit Sorge gesehen, dass die Zahl der Blut- und Plasmaspenden in Deutschland zurückgehe. Deshalb müsse jetzt gegengesteuert werden. Ziel sei es, den Bedarf in Deutschland möglichst selbst zu decken.

Die FDP bekräftigt in diesem Zusammenhang ihre Forderung, homo- und bisexuelle Männer bei der Blutspende nicht weiter zu diskriminieren. Es sei nicht gerechtfertigt, dass homo- und bisexuellen Männern grundsätzlich eine Wartefrist von 12 Monaten zwischen dem letzten Sexualverkehr mit einem Mann und einer Spende auferlegt werde, heißt es in dem Papier.

“Dies stellt aus unserer Sicht eine unverhältnismäßige Diskriminierung dar, die realitätsfern ist, auf einem antiquierten Bild von homo- und bisexuellen Menschen basiert und einem faktischen Spendeverbot gleichkommt”, kritisieren die Liberalen.

In anderen Ländern seien diese Regelungen aufgrund neuer epidemiologischer Erkenntnisse längst gelockert worden. “Hier muss Deutschland endlich nachziehen”, forderte Helling-Plahr: “Ausschlaggebend muss auch hierzulande das tatsächliche Risikoverhalten jeder einzelnen Person sein, egal mit welcher sexuellen Identität.”

RND



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