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  • Björn Höcke auf Klopapier: Künstler protestiert mit Aktion vor Thüringer Landtag

Kurioser Protest: Künstler stellt Höcke-Klopapier vor Thüringer Landtag aus

  • Wie friedlicher Protest gegen Rechts funktionieren kann, zeigt eine Aktion vor dem Thüringer Landtag.
  • Dort stellt ein Künstler Klopapier aus. Das Besondere: auf jeder Rolle ist das Gesicht des AfD-Politikers Björn Höcke abgebildet.
  • Mit seiner ungewöhnlichen Protestaktion will Michael Fischer-Art “gewaltfrei, aber trotzdem böse” Stellung gegen Rechtsextremismus beziehen.
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Erfurt. Auf jeder Rolle Klopapier prangen Bilder des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke: Mit einer speziellen Kunstaktion vor dem Thüringer Landtag hat der gebürtige Leipziger Michael Fischer-Art seine Meinung zur AfD kundgetan. Der Künstler ließ 999 Rollen Toilettenpapier mit dem Konterfei des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden bedrucken und präsentierte einige davon am Dienstag vor dem Parlament in Erfurt. Auf den Blättern steht auch der Spruch “Mit der AfD bekommt die Demokratie Verdauungsstörungen”. Als “gewaltfrei, aber trotzdem böse”, umschrieb Fischer-Art sein Verständnis von Protestkultur.

Höcke-Klopapier als Revanche für Aufruf zu Corona-Demo-Teilnahme

Er habe sich mit der Aktion bei Höcke quasi revanchieren wollen, sagte Fischer-Art: "Herr Höcke war vor Kurzem in Grimma, nicht so weit weg von meiner Fabrik in Borna, da hat er also die Grenze von Thüringen nach Sachsen überschritten und ich dachte, ich schicke ihm heute einen Gruß zurück."

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Höcke hatte bei einer AfD-Kundgebung in Grimma unter anderem zur Teilnahme an der Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin aufgerufen. Die Berliner Demo hatte später zu viel Entrüstung geführt: Eine Gruppe von Demonstranten hatte eine Absperrung überwunden und auf der Reichstagstreppe unter anderem schwarz-weiß-rote Reichsflaggen geschwenkt.

Kunstaktion ist friedlicher Protest gegen AfD-Politik

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Fischer-Art kritisierte Höcke und die AfD-Politik unter anderem als fremdenfeindlich. Er lege aber Wert darauf, dass Protest friedlich und kreativ sein sollte. "Nicht wie in Leipzig." Seit Donnerstag hatte es drei Tage in Folge Demonstrationen im Leipziger Osten und im Stadtteil Connewitz gegeben, die teils in Ausschreitungen und Angriffen auf Polizeibeamte gemündet hatten. Hintergrund waren die Räumung eines besetzten Hauses und Protest gegen hohe Mieten.

Der Landtagsverwaltung war die Aktion Fischer-Arts bekannt gewesen. "Es gibt um den Landtag keine Bannmeile. Solange die Sicherheit nicht gefährdet ist, sind Kunstaktionen zulässig", sagte ein Sprecher des Landtags am Dienstag.

RND/dpa

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