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  • Bis 31.08.2020: Verlängerung der Reisewarnung in Deutschland für Nicht-EU-Länder

Deutschland verlängert Reisewarnung bis Ende August - mehr als 160 Länder betroffen

  • Deutsche müssen sich auf einen Sommerurlaub innerhalb der EU einstellen.
  • Die Bundesregierung will die Reisewarnung für Drittländer wie die Türkei bis Ende August verlängern.
  • Ausnahmen sollen aber gemacht werden können, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden.
2:04 min
Es war bereits am Dienstagabend bekanntgeworden, nun ist es offiziell. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der EU verlängert. Zudem hat Innenminister Seehofer das Kabinett über die geplanten Änderungen an den deutschen Grenzen informiert.  © Reuters
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Berlin. Große Reisen werden noch länger nicht möglich sein - vor allem für die Deutsche, die in Länder außerhalb der EU reisen wollen. Die Bundesregierung hat sich intern auf ein Eckpunktpapier geeinigt. Demnach sollen die Reisewarnungen für sogenannte Drittländer bis zum 31. August verlängert werden. Die bestehenden Maßnahmen wären Mitte Juni ausgelaufen. Zuerst berichtete “Spiegel” darüber.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen aber gegebenenfalls Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, die bestimmte Kriterien erfüllen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fassen.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt - und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

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Grenze Zu, Grenze Auf – Wie ist die Lage in den Urlaubsländern?
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Die Reisewarnung wird für viele Länder aufgehoben. Wie ist die Lage in den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen?  © RND

Ausnahmen: Corona-Lage soll berücksichtigt werden

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil in diesen beiden Ländern noch Einreisesperren gelten.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. In einem Kriterienkatalog dafür sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

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Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland. Aber auch den Tourismusbetrieben in nordafrikanischen Ländern wie Ägypten, Marokko oder Tunesien dürfte die Entscheidung der Bundesregierung kaum schmecken.

Türkei wirbt um deutsche Touristen

Vor allem die Türkei wirbt bereits offensiv um deutsche Touristen. Der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, hatte bereits im Mai gesagt, dass er eine Aufhebung der Reisewarnung erwarte.

“Es ist offensichtlich, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Ländern die Covid-19-Krise erfolgreich überwinden”, sagte er. “Wir sind in einer viel besseren Lage im Vergleich auch zu einigen EU-Ländern.”

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach dpa-Informationen noch in dieser Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonieren, um mit ihr unter anderem über dieses Thema zu sprechen.

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Für die Bundesregierung wird es nun schwierig: Jede Aufhebung einer Reisewarnung für ein Land außerhalb der EU könnte andere Länder verärgern. Wenn die Reisewarnung für die Türkei aufgehoben wird, könnte sich Ägypten beschweren - und so weiter.

Keine neue Rückholaktion

Eins ist besonders wichtig für die Bundesregierung: Die Rückholaktion für 240.000 deutsche Touristen nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie soll auf keinen Fall wiederholt werden. Innerhalb der EU gab es kaum Probleme bei der Rückkehr von Touristen. In Marokko, Südafrika oder auch Neuseeland sah das allerdings ganz anders aus.

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Für die Reiseveranstalter entsteht nun eine schwierige Situation. Nach dem Kabinettsbeschluss in der vergangenen Woche zur Aufhebung der Reisewarnung für 31 Länder hatten sie sich noch über mehr Planungssicherheit gefreut.

Bei den restlichen Länder müssen sie sich nun noch gedulden. Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Marcel Klinge, kritisierte die Verlängerung der Reisewarnung nun als “Todesstoß für die deutsche Reisewirtschaft”.

RND/ka/dpa

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