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Bildung: Deutschland hat gute Noten – aber was bedeutet das wirklich?

  • Seit dem Pisa-Schock 2001 hat Deutschland ein gespaltenes Verhältnis zu Bildungsstudien.
  • Beim OECD-Vergleich mit besonderem Augenmerk auf die höhere Bildung bekommt Deutschland gute Noten.
  • Das darf aber nicht über Ungerechtigkeiten im Bildungssystem hinwegtäuschen, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Deutschland hat in diesem Jahr gute Noten beim internationalen Vergleich „Bildung auf einen Blick“ bekommen. Der diesjährige OECD-Bericht legt nämlich ein besonderes Augenmerk auf die höhere akademische und berufliche Bildung im Land.

Mit seiner dualen Berufsausbildung steht Deutschland seit jeher gut da. Gleichzeitig zeigt sich: Wer erfolgreich an Universitäten und Fachhochschulen studiert, hat besonders gute Chancen auf Beschäftigung und verdient im Durchschnitt auch mehr als andere. Das Versprechen, dass sich Bildung auszahlen soll, ist in diesem Land ein realistisches.

Es werden Investitionen in die Grundschulen gebraucht

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Dennoch ist die OECD-Studie ein gutes Beispiel dafür, dass sich manche Dinge nicht in einer einfachen Note ausdrücken lassen, sondern einiger erläuternder Sätze bedürfen. Wenn der Wert der höheren Bildung so groß ist, ist es eine Frage der Gerechtigkeit, dass alle gleichermaßen gute Chancen haben, eine Hochschule zu besuchen. Die soziale Herkunft und der Bildungshintergrund der Eltern dürfen nicht ausschlaggebend sein. Genau da hapert es aber noch immer in Deutschland, wie Untersuchungen vielfach gezeigt haben.

Daher müsste Deutschland eigentlich insbesondere in die Grundschulen investieren. Doch hier werden die Lehrer meist schlechter bezahlt als andere, hier herrscht – wie eine Bertelsmann-Studie gerade gezeigt hat – Lehrermangel.

Zudem gibt es noch in einer weiteren Gerechtigkeitsfrage Nachholbedarf in Deutschland: Frauen erwerben zwar häufiger hohe Qualifikationen als Männer, aber sie werden noch immer schlechter bezahlt. Das mag sich zum Teil dadurch erklären lassen, dass Frauen sich seltener für lukrative Felder wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Ingenieursstudiengänge entscheiden. Das heißt aber auch: Bei der Berufswahl wirken noch immer alte Stereotype fort. Sie müssen noch mutiger gebrochen werden.

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