Biden stoppt Austritt der USA aus WHO

  • Mitten in der Corona-Pandemie hatte Donald Trump der Weltgesundheitsorganisation den Rücken gekehrt.
  • Sein Nachfolger Joe Biden nutzt die ersten Stunden als neuer US-Präsident, um die Entscheidung zurückzudrehen.
  • Er unterzeichnete ein Schreiben zum Verbleib der Landes in der UN-Organisation.
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Washington. Der neue US-Präsident Joe Biden hat den von seinem Vorgänger Donald Trump eingeleiteten Austritt der Vereinigten Staaten aus der Weltgesundheitsorganisation WHO gestoppt. Am ersten Tag als Regierungschef unterzeichnete der 78-Jährige nach Angaben von Sprecherin Jen Psaki am Mittwoch ein Schreiben zum Verbleib der Landes in der UN-Organisation. Trump hatte vergangenes Jahr trotz der grassierenden Corona-Pandemie aus Protest den Rückzug der USA aus der WHO angekündigt. Der Schritt wäre Anfang Juli wirksam geworden.

Biden will mit einem Kraftakt zur Eindämmung der Pandemie so schnell wie möglich einen politischen Kurswechsel in der Krise einleiten. Dabei setzt er auch auf die Zusammenarbeit mit der WHO. Mit dem angesehenen US-Immunologen Anthony Fauci als Delegationsleiter will die neue Regierung schon am Donnerstag wieder an einer WHO-Sitzung teilnehmen.

Trump hatte die WHO-Beiträge im April eingefroren

Trump hatte die WHO-Beiträge im April eingefroren. Die USA waren bislang mit mehr als 100 Millionen Dollar wichtigster Geldgeber der Organisation und sind seit dem 21. Juni 1948 Mitglied der WHO. Ein Rückzug ist mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist verbunden.

Trumps Entscheidung, die Zusammenarbeit mit der WHO zu beenden, hatte weltweit Kritik ausgelöst. Der damalige US-Präsident machte der Organisation schwere Vorwürfe in Bezug auf ihren Umgang mit der Pandemie: Er beschuldigte sie, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert und sich notwendigen Reformen verschlossen zu haben und damit mitverantwortlich für die hohe Opferzahl zu sein.

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Trump kritisierte WHO scharf

Außerdem hatte er der WHO vorgeworfen, unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen. Peking hätte nach Ansicht Trumps die weltweite Verbreitung des Coronavirus verhindern müssen, habe stattdessen aber die Herkunft des Virus verschleiert. Außerdem stieß der Ex-Präsident sich daran, dass die USA mehr Geld an die in Genf ansässige Weltgesundheitsorganisation zahlen als China.

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Kritiker Trumps sahen den Feldzug gegen die WHO und China auch als Mittel, von eigenen Fehlern im Kampf gegen das Coronavirus abzulenken. Trump hatte die Gefahr der Pandemie lange heruntergespielt. Die USA bekamen die Pandemie bis jetzt zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle, zu mehr als 24 Millionen Infektionen kommen derzeit über 400.000 Tote Amerikaner - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land. Die Impf-Kampagne läuft langsamer an als versprochen. Auch dort will Biden aufs Tempo drücken.

RND/dpa

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